Nach Kommunalwahl-Niederlage: Jung (SPD) tritt zurück

Bittere Niederlage für die SPD am Wahlsonntag. Dr. Michael Jung, Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, zieht nun die Konsequenz und tritt als Fraktionsvorsitzender zurück.

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Mit seinem Rücktritt verzichtet Jung auch auf sein Ratsmandat - nach 16 Jahren Zugehörigkeit. Im ANTENNE MÜNSTER-Interview äußert Robert von Olberg, Parteichef der SPD Münster, sein Bedauern und zollte Jung "den höchsten Respekt".

Von den 16 Rats-Jahren war Jung acht Jahre lang Fraktionschef. Jung konnte am vergangenen Wahlsonntag bei der OB-Wahl nur 16,3% der Stimmen gewinnen und lag damit weit hinter den beiden Konkurrenten Markus Lewe (CDU) mit 44,55% und Peter Todeskino (Die Grünen) mit 28,47%. Jung erzielte zudem auch ein noch schlechteres Ergebnis als vor fünf Jahren Jochen Köhnke (23,8%). Auch im Stadtrat verliert die SPD sieben Sitze und ist jetzt nur noch mit zwölf Politikern dort vertreten.

Robert von Olberg, SPD Münster-Parteichef, im ANTENNE MÜNSTER-Studio (Archivfoto)© ANTENNE MÜNSTER
Robert von Olberg, SPD Münster-Parteichef, im ANTENNE MÜNSTER-Studio (Archivfoto)
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SPD-Parteichef Robert von Olberg im ANTENNE MÜNSTER-Interview

Im ANTENNE MÜNSTER-Interview macht Münsters SPD Parteichef Robert von Olberg klar: Verloren haben sie gemeinsam - dass Dr. Jung jetzt die Konsequenzen trägt, davor habe er größten Respekt.

Das ist die persönliche Entscheidung von Herrn Dr. Jung, vor der ich allergrößten Respekt habe. Er zieht die Konsequenzen aus seinem Wahlergebnis, bei dem wir gemeinsam nicht das erreicht hatten, war wir uns vorgenommen haben. Es ist füpr die SPD Münster ein riesiger Verlust. Michael Jung hat in den letzten Jahren die SPD Münster geprägt wie kein zweiter. Insofern bedaure ich diese Entscheidung.

Mehr bezahlbaren Wohnraum, funktionierende Verkehrswende, ein neues Freizeitbad im Westen der Stadt und die Digitalisierung der Schulen - das waren die großen Wahlkampfthemen der SPD Münster.

Mögliche Ampelkoalition oder doch CDU und SPD?

Wie mögliche Koalitionen aussehen könnten, darüber will die SPD sich in den nächsten Tagen mit den anderen Parteien austauschen - ausgenommen der AfD, so Olberg heute Morgen in der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow:

Wir werden als Partei in den nächsten Tagen mit allen Parteien, ausgenommen der AfD, Gespräche über mögliche Bündnisse, gemeinsame Inhalte und Koalitionen führen. Ich glaube, das ist auch ein wichtiges Signal, auch für die, die uns gewählt haben - wir wollen nicht klein beigeben und möglichst viel von den Themen, mit denen wir angetreten sind und die uns am Herzen liegen, umsetzen.
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