Igel on Tour - Wann sie Hilfe brauchen und wann nicht

Im Herbst sind zahlreiche Igel unterwegs. Auch bei uns. Oft sehen die stacheligen Tiere aus, als ob sie Hilfe brauchen, auch wenn das nicht der Fall ist. Dirk Heidotting vom Verein Nestwerk Münsterland hat uns erklärt, was man tun kann und was man dabei beachten muss.

Die Tierauffangstationen sind schon wieder total voll. Eigentlich eine gute Sache, weil das heißt, dass sich ganz viele um verletzte Igel kümmern. Das kann aber zum Problem werden, weil die Stationen zu voll sind und keine Igel mehr aufnehmen können. Und auch nicht alle Igel brauchen und wollen unsere Hilfe. Dirk Heidotting vom Verein Nestwerk Münsterland kennt sich da aus. Er hat uns erklärt, was wir tun können und worauf wir dabei achten müssen.

Nicht jeder Igel baucht Hilfe

Wenn ein junger Igel alleine unterwegs ist, sollten wir erst mal schauen, ob nicht doch die Elterntiere in der Nähe sind. Dann sollten wir lieber die Finger von den Tieren lassen. Bevor wir einen Baby-Igel mitnehmen, ist es wichtig, dass wir zuerst nach den Eltern gucken. Wenn sie schwer verletzt oder tagsüber unterwegs sind, ist das ein Zeichen dafür, dass die Tiere nicht gut versorgt sind. Dann sollten wir unbedingt beim Nestwerk anrufen, die sich dann um die Tiere kümmern können.

Dirk Heidotting war bei Gerrit Nissen in der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow zu Besuch und hat uns über Igel aufgeklärt.© ANTENNE MÜNSTER
Dirk Heidotting war bei Gerrit Nissen in der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow zu Besuch und hat uns über Igel aufgeklärt.
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Wenn ein Igel eher eingefallen wirkt, ist das ein Zeichen dafür, dass er unterernährt wird. Dann sollten wir ihn wiegen. Das geht ganz einfach mit einer Küchenwaage beispielsweise. Aber bitte dabei aufpassen und die Handschuhe nicht vergessen! Anfang November sollte ein Igel zwischen 500 und 600 Gramm wiegen, ansonsten hat er es schwer durch den Winter zu kommen.

So sieht ein gesunder Igel aus

Wenn es einem Igel gut geht, dann hat er klare Augen, das Näschen ist feucht und er rollt sich ein. Wenn er gut genährt wirkt, ist er groß und kräftig und vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, nicht tagsüber. Dementsprechend ist das Gegenteil für kranke Igel der Fall: Wenn sie tagsüber rumlaufen und nicht bei der Gartenarbeit aufgeschreckt wurden, sich nicht oder nur kaum einrollen, wenn man sich nähert, wenn sie sich kalt anfühlen, wenn die Augen eingetrübt sind, dann brauchen sie Hilfe. Das Nestwerk hat eine Liste mit Indizien dafür auf ihrer Webseite hochgeladen. Die könnt ihr euch hier durchlesen.

Wenn wir tatsächlich einen Igel finden, der Hilfe braucht, sollten wir unbedingt Datum, Uhrzeit und den Ort notieren, an dem der Igel gefunden wurde.Und so bald es geht, sollten wir den Igel zu einem Tierarzt, einer Igelstation oder -beratungsstelle bringen. Ganz wichtig beim Umgang mit Igeln ist es, dass wir auf die Hygiene achten. Also immer Handschuhe tragen und nach Kontakt mit dem Igel die Hände mit Seife waschen und desinfizieren.

Beim Anfassen der Igel auf die Hygiene achten

Wenn wir einen Igel erst mal zuhause versorgen, muss der Igel auch da gut untergebracht werden. 1,5 Quadratmeter sollte er Platz haben. Der Boden sollte mit Zeitungen bedeckt sein. Heu/Stroh und Kleintierstreu kann für die kleinen Tiere gefährlich werden. Außerdem braucht der Igel einen Rückzugsort. Dafür reicht ein Schuhkarton mit einer etwa 10x10 Zentimeter breiten Öffnung.

Aber auch für diesen Fall bietet das Nestwerk Beratung an. Das ganze Interview mit Dirk Heidotting gibt es auch noch mal hier zum Nachhören:

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Ausstellung zum Igel-Schutz

Mehr Informationen gibt es bei einer Ausstellung des Vereins "Pro Igel". Sie findet vom 14. Oktober bis zum 28. November in der Umweltberatung im CityShop der Stadtwerke, Salzstraße 21, statt.


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