Corona und die Erkältungszeit: Hausarzt Dr. Oen im Interview

Ein Kratzen im Hals, eine laufende Nase und Schlappheit: Der September ist auch Erkältungszeit. Dr. Hendrik Oen rät im ANTENNE MÜNSTER: Bei Symptomen testen lassen!

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Ein leichtes Kratzen im Hals, etwas Schnupfen oder sogar Fieber - Im Herbst für die meisten normalerweise kein Grund, um direkt zum Arzt zu gehen. Die Corona Pandemie ändert aber auch das. "Im Moment ist die Empfehlung: Sie gehen zum Arzt, machen einen Coronatest, wenn Sie Erkältungssymptome haben", sagt Dr. Hendrik Oen, Hausarzt in Münster und Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, in der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow mit Anja Brukner. Die Situation kann sich allerdings ändern, wenn immer mehr Menschen in der Herbstzeit Erkältungssymptome haben - und sich alle testen lassen wollen. "Dann wird das nicht mehr gehen und wir hoffen, dass wir dann Möglichkeiten haben, wie wir damit anders umgehen", sagt Oen.

Im Moment werde noch großzügig getestet, sagt Oen. Langsam werden die Kapazitäten allerdings knapp, weil sehr viele Menschen vorbeugend getestet werden, die nicht unbedingt krank sind, wie zum Beispiel Reiserückkehrer. Und auch die Labore arbeiten seit einem halben Jahr am Anschlag. "Das können die betroffenen Menschen, die da arbeiten, natürlich auch nur eine gewisse Zeit machen. Die heiße Phase steht uns noch bevor, darum müssen wir sehen, wie wir damit umgehen", sagt Oen.

Zur Herbstzeit gegen Grippe impfen lassen

Als vorbeugende Maßnahme rät Oen dazu, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Damit werde zum einen verhindert, dass Menschen mit Fieber durch Grippe in die Praxis kommen. Zum anderen könne so sicher gestellt werden, dass man nicht zeitgleich an Grippe und Covid-19 erkranke - was den Krankheitsverlauf verschlimmern könnte.

Experten vermuten, dass die Grippewelle in diesem Jahr allerdings milder ausfallen könnte, wie es bereits im Frühjahr zur Zeit des Lockdowns der Fall war. Grund dafür seien zum Beispiel die veränderten Hygienemaßnahmen gewesen, so Oen.

Das gesamte Interview mit Dr. Hendrik Oen könnt ihr hier nachhören:

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Weil eine größere Anfrage erwartet wurde, sind Münsters Arztpraxen gut auf den Andrang der Menschen für Grippeimpfungen vorbereitet. Es gibt genügend Impfstoff. Dr. Hendrik Oen plädiert allerdings dafür, vorzeitig Termine für die Impfungen in den Arztpraxen zu vereinbaren, damit alles sorgfältig organisiert und die Ansteckungsgefahr möglichst gering gehalten werden kann. Termine werden kurzfristiger als sonst vergeben, außerdem bieten viele Arztpraxen zusätzliche Impfzeiten an, um alle versorgen zu können. Gerade in Corona-Zeiten nutzten viele Münsteraner die Möglichkeit der Grippeschutzimpfung. Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, desto geringer ist die Gefahr, dass Ärzte und Krankenhäuser durch Corona- und Grippefälle an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Unsere ANTENNE MÜNSTER-Morgenmoderatorin Anja Brukner hat heute (23.09.) noch einmal mit Dr. Hendrik Oen über das Thema und die aktuelle Lage gesprochen:

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