Clubbetreiber fordern Perspektiven

Keine Konzerte, keine Parties, keine Einnahmen: Über zwei Monate sind die Clubs in Münster wegen Corona jetzt zu. Und während Restaurants und Kneipen wieder am Start sind, müssen die Clubbetreiber weiter warten und auf Hilfe hoffen.

© ANTENNE MÜNSTER

Münsters Clubs sind von der Coronakrise ganz besonders gebeutelt. Sie werden wohl zu den letzten gehören, die irgendwann wieder öffnen dürfen. Keine Konzerte, kein Feiern - also auch kein Geld. Nach wie vor gibt es gerade für die Club- und Konzertszene keine Überlebensperspektiven. Kultur ist aber - gerade für eine Stadt wie Münster - systemrelevant. "Gerade jetzt ist es für uns extrem wichtig, dass das Thema Kulturförderung breit gedacht wird und nicht nur auf öffentlich geförderte Projekte und Institutionen beschränkt wird", so Jovel-Chef Marvin Lindenberg, der heute morgen bei ANTENNE MÜNSTER im Interview mit Anja Brukner und Christoph Hausdorf war.

Es sei auf jeden Fall ein erster richtiger Schritt, dass die Vergnügungssteuer abgeschafft wird. Dennoch sind die Clubs noch lange nicht über den Berg. Lindenberg: "Toll ist so 'ne Situation natürlich nicht. Es gibt Tage, da geht man sehr rational dran, dann kommen wieder welche, wo man dann wirklich verzweifeln könnte."

Dass im Jovel aber bald parkende Autos stehen oder Tanzkreise aufgemalt werden, sei aber nicht denkbar - der Clubbetrieb lebe eben von dem gemeinsamen Erlebnis.

Das ganze Interview mit Jovel-Chef Marvin Lindenberg könnt ihr hier anhören:

© AM

Lindenberg ist Teil der Interessengemeinschaft „Club-Komitee Münster" . Die hatten sich am Mittwochnachmittag mit rund 30 Vertretern und Oberbürgermeister Markus Lewe getroffen und über die schwierige Lage gesprochen.

Die Spendierhosen hatte Lewe zwar nicht gerade an. Aber er hat zumindest einen möglichen Unterstützungsfonds der Stadt ins Gespräch gebracht. Und auch für Steuererleichterungen für die Clubs zum Beispiel bei der Tanz oder Vergnügungsteuer will Lewe sich einsetzen. Darüber entscheiden muss dann letztendlich aber der Stadtrat.

Münsters Clubszene ist wichtig für die Stadt und darf nicht untergehen

, so OB Lewe.

ANTENNE MÜNSTER-Chefreporter Matthias Menne hat sich nach dem Gespräch am Mittwoch mit allen Beteiligten getroffen und viele zufriedene Gesichter gesehen. Das schildert er im Interview mit Nachmittagsmoderator Gerrit Nissen am Mittwoch:

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Auch andere Clubs, wie beispielsweise der Hot Jazz Club, beklagen schon länger Probleme. Die konnten mit einer Crowdfunding-Kampagne immerhin den ersten Schaden abfangen - und dürfen ja zumindest mittlerweile ihre Terrassen wieder öffnen. Clubs ohne Außengastronomie haben natürlich noch schwerer zu kämpfen.

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