Pegboard - Ordnung ist das halbe Leben

... und die andere Hälfte verschwindet im Chaos. Homeoffice ist zu Zeit ein riesen Thema - für die einen ein Segen für die anderen ein Fluch. Der Laptop verschwindet unter Bergen von Papierstapeln und To-Do-Listen.

Und wenn wir im Homeoffice sitzen, sieht uns dabei nicht mal der Chef. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, dann hält die Freude nicht lang. Denn eigentlich ist es doch ganz schön, wenn der Arbeitsplatz jeden Tag vor Feierabend aus seinem Wirrwarr befreit wird. Und morgens an einem aufgeräumten, ordentlichen Arbeitsplatz den Laptop aufzuklappen, das ist doch ein sehr motivierendes Gefühl. Damit euch das etwas leichter fällt, stell ich euch das Pegboard vor. Es ist nicht nur Ablage, Schlüsselbrett und Pinnwand, sondern dabei auch so ästhetisch, dass es genauso gut im Wohnzimmer als Deko Element dienen kann.

Was du brauchst

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Material

-        Sperrholzplatte, ca. 12 mm dick (z.B. 100x70 cm)

-        16er Rundholzstab, 1,50 m

Je nach Lust und Laune

-        Kleine Korkpinnwand

-        Regalbretter (z.B. Reste der Sperrholzplatte)

-        Briefklemme

Werkzeug

-        Akkuschrauber

-        16er Bohrer (mit Zentrierspitze)

-        Zollstock/Maßband

-        Schraubzwinge / Schraubstock

-        Winkel

-        Handsäge (z.B. eine Fein- oder Japansäge)

-        120er und 180er Schleifpapier, ggf. Schleifklotz

Dauer: 3 Stunden

Kosten: ein wenig mehr oder weniger als 20 Euro

Übrigens: Viele Baumärkte bieten dir den Service, die Platte zu formatieren, die du kaufst. Frag einfach mal nach!

Wenn du alles bereit hast, können wir loslegen.

Schritt 1

Als erstes messe ich die Punkte für die Löcher aus. Ich möchte zu allen Rändern 5 cm Platz haben, also messe ich für den ersten Punkt oben und links 5 cm ab. Von da aus gehe ich in 10 cm-Schritten nach rechts weiter. Um nicht immer von zwei Seiten messen zu müssen, kannst du hier gut mit einem Winkel arbeiten, wenn du einen zur Hand hast. (Tipp.: Es gibt einige Dinge, die du zum Winkel machen kannst, z.B. eine Schreibtischunterlage.) Am anderen Ende komme ich bei 5 cm Abstand zum Rand raus – also alles richtig.

Das Gleiche mach ich an der untersten, also gegenüberliegenden Lochreihe. Dann brauchst du für die dazwischenliegenden Punkte nur noch die senkrechten Abstände von 10 cm einzeichnen.

Die Punkte werden am besten mit einem Winkel ermittelt.©
Die Punkte werden am besten mit einem Winkel ermittelt.
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Schritt 2

Nun kannst du schon mit dem Bohren beginnen. Wichtig ist, dass dein Bohrer scharf ist, sonst reißt das Holz schnell aus. Du setzt die Zentrierspitze genau auf den markierten Punkt und führst den Bohrer langsam an das Holz heran, bis du siehst, dass die Vorschneiden des Bohrers die Fasern der empfindlichen Oberfläche durchtrennt haben, erst dann tauchst du ihn in das Holz ein. Damit das Holz auf der Unterseite nicht ausreist, lege ich ein Reststück unter, in das ich hineinbohre.

Die Vorschneiden durchtrennen die Fasern der Oberfläche.©
Die Vorschneiden durchtrennen die Fasern der Oberfläche.
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Ein Reststück unterhalb der Platte schützt die Unterkante vor Ausrissen.©
Ein Reststück unterhalb der Platte schützt die Unterkante vor Ausrissen.
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Wenn du noch ein Stück Restplatte hast, dann brauchst du nicht alle Punkte anzeichnen. Das Reststück formatierst du auf die Maße 10cm x 70cm. Hier zeichnest du dir mittig die Löcher in 10cm Abständen an, bohrst sie durch und spannst die Leiste auf deine Platte. Du brauchst nun nur noch durchbohren und die Leiste 10cm weiter spannen. Den Schritt wiederholst du, bist du am Ende ankommst. Die Leist muss dann aber unbedingt immer auf der gleichen Seite bündig mit der Platte liegen.

So spannst du die Leiste dann auf die Platte und immer ein Stück weiter.©
So spannst du die Leiste dann auf die Platte und immer ein Stück weiter.
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Schritt 3

Wenn du alle Löcher gebohrt hast, geht es an die Oberfläche. Die Kanten der Löcher solltest du einmal rundum mit dem Schleifpapier brechen, roll dafür das Schleifpapier klein zusammen und fahre einfach im 45° Winkel einmal im Kreis die Kante ab.

Die Kanten werden gebrochen, so entsteht eine saubere Kante.©
Die Kanten werden gebrochen, so entsteht eine saubere Kante.
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Schritt 4

Je nachdem wie die Oberfläche der Platte aussieht, kannst du dann mit dem Schleifklotz und dem 120er Papier die Fläche schleifen. Wenn du oder Papa/Mama/Opa einen Exenterschleifer (oder einen Schwingschleifer o.ä.) haben, geht’s schneller. Die Kanten der Platte sollten mindestens gebrochen werden, du kannst aber auch eine sichtbare Fase oder eine Rundung anschleifen. Zum Schluss fährst du mit dem 180er Papier über alle Flächen. Für eine besonders glatte Oberfläche eignet sich ein Schleifschwamm mit feiner Körnung.

Schritt 5

Als nächstes schnappst du dir das Rundholz, spannst es fest ein, damit es nicht wegrutscht und sägst es mit der Feinsäge in 7 bis 12 cm lange Stücke für die Pinne. Je nachde, was du damit vor hast.

Für meine Regalbretter habe ich 12 cm und 10 cm lange Pinne gesägt, die anderen sind 7 cm lang.

Das Rundholz muss fest eingespannt sein, bevor du lossägst.©
Das Rundholz muss fest eingespannt sein, bevor du lossägst.
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Schritt 6

Tipp: Am besten, du prüfst schon jetzt, ob die Pinne sich leicht in die Löcher der Pinnwand einstecken lassen. Sie sollten aber gleichzeitig stramm genug sein, um fest in der Pinnwand zu stecken. Wenn das nicht geht, dann kannst du entweder die Pinne leicht anschleifen oder mit dem Bohrer die Löcher nachbohren. Das braucht aber recht viel Feingefühl, damit du mit dem Bohrer nicht abrutscht.

Zum Schluss schleifst du beidseitig mit dem Schleifklotz eine Fase an die Kanten.

Die Pinne werden mit einem Schleifklotz gleichmäßig angefast.©
Die Pinne werden mit einem Schleifklotz gleichmäßig angefast.
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Schritt 7

Und dann kannst du dir auch schon überlegen, wie du deine Lochpinnwand nutzen möchtest. Für Ablageflächen kannst du schmale Brettstreifen auf die Pinne legen. Kleine Einkerbungen auf der Brettunterseite in 10cm-Abständen können ein Verrutschen verhindern. Möchtest du noch eine Dokumentenklammer anbringen, kannst du sie mit etwas Klebstoff befestigen. Eine Korkpinnwand kannst du entweder auch aufkleben, nageln oder zum Abnehmen mit Fäden auf ein oder zwei Pinne hängen.

Schritt 8

Für die Befestigung solltest du das Steckbrett mit 6er oder 8er Dübeln an die Wand schrauben. Du kannst einfach in den vier Ecken der Platte mit ca. 2 cm Randabstand entsprechend Löcher (0,5-1mm größer als Schraubendurchmesser) bohren. Du solltest als Abstandshalter zur Wand noch je eine Mutter setzen, dann kann der Pin etwas weiter eingeschoben werden und hat somit eine geringere Hebelwirkung. Wenn du die Anbringung an die Wand von vorne verdecken magst, kanst du mit Aufhängeschienen aus dem Baumarkt arbeiten. Da wird dann die eine an der Wand befestigt und die andere als Gegenstück an die Pinnwand geschraubt und von oben eingehängt.

Aufhängeprofile – ein Teil wird an dem Werkstück befestigt, das Gegenstück an der Wand.©
Aufhängeprofile – ein Teil wird an dem Werkstück befestigt, das Gegenstück an der Wand.
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Tipp: Du kannst die Lochpinnwand auch als Garderobe nutzen, dann macht es Sinn, die Löcher in der Platte etwas schräg von oben zu bohren und die Pinne ebenso auf der Unterseite schräg zu sägen. So rutschen die Jacken nicht ab.

Kreative Ideen

In der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow mit Miriam Gerding und Gerrit Nissen hat Judith noch einmal erklärt, was das Pegboard genau ist und wofür man es benutzen kann.

© ANTENNE MÜNSTER

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