Münster: Angriffe auf Einsatzkräfte

Auch diesmal hat es zum Jahreswechsel in Münster Angriffe auf Einsatzkräfte gegeben. Am Ludgeriplatz etwa ist ein Streifenwagen mit Flaschen beworfen worden.

© Stadt Münster / Rüdiger Wölk

Die Münsteraner:innen haben ausgelassen und weitgehend friedlich das neue Jahr begrüßt. Besonders im innerstädtischen Bereich und am Hafen feierten Tausende auf den Straßen den Jahreswechsel. Die Polizei musste dabei nur in wenigen Fällen einschreiten. Die Leitstelle registrierte insgesamt 38 Einsätze mit Bezug zu den Silvesterfeierlichkeiten.

Die eingesetzten Kräfte fertigten sechs Anzeigen wegen Körperverletzung und eine Strafanzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. In neun Fällen stellten die Beamten illegales Feuerwerk fest.

Einzig herausragender Einsatz: Gegen 0:30 Uhr war ein Streifenwagen im Bereich des Ludgeriplatzes mit Flaschen beworfen worden. Den Polizisten gelang es, einen flüchtenden Tatverdächtigen zu stellen. Ein weiterer Mann griff die Polizeibeamten während der folgenden Maßnahmen an. Durch den Einsatz des Distanzelektroimpulsgerätes (Tasers) konnte der Angriff beendet werden. Aus einer Gruppe von rund zehn Personen wurden die Polizisten weiter beschimpft. Ein Mann versuchte, die festgehaltenen Personen zu befreien. Mittlerweile eingetroffene Unterstützungskräfte mussten den Schlagstock und Pfefferspray einsetzen, um weitere Angriffe zu unterbinden. Die Polizei nahm drei Personen fest. Drei Polizisten wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, konnten aber weiter ihren Dienst versehen.

In der Silvesternacht war die Polizei Münster auch in diesem Jahr mit verstärkten Kräften im Einsatz. In den meisten Fällen wurden die Einsatzkräfte zu silvestertypischen Einsätzen wie Ruhestörungen oder Körperverletzungen gerufen.

Feuerwehr mit Böllern beschossen

Einsatzkräfte der Feuerwehr sind in der Silvesternacht bei einem Löscheinsatz in Angelmodde mit Feuerwerksraketen beschossen worden. Verletzt wurde niemand, es gab keinen Sachschaden. "Ich bin froh, dass unsere Kräfte diesen bösartigen Angriff unbeschadet überstanden haben. Der Dank gilt allen für ihren Einsatz in der Silvesternacht," nimmt Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer Stellung. Abgesehen von diesem Zwischenfall verzeichneten Feuerwehr und Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) eine vergleichsweise ruhige und weitgehend friedliche Silvesternacht.

Nach Einschätzung der Stadt hat das Konzept der starken Präsenz in der Innenstadt sehr gut gegriffen. In den Feuerwerksverbotszonen auf dem Domplatz und dem Prinzipalmarkt war es ruhig, um Mitternacht hatten sich rund 200 Personen auf dem Domplatz versammelt. Im Randbereich wurde verhältnismäßig wenig Pyrotechnik abgefeuert. Wenn doch einmal Personen Pyrotechnik mit sich führten, wies der KOD sie auf das Verbot hin und sie zeigten sich einsichtig.

Demgegenüber war insbesondere der Hafenplatz stark von Feiernden besucht und Schauplatz massiver Pyrotechnik. Hier galt kein Feuerwerksverbot.

Rettungsdienst verzeichnet übliche silvesterbedingte Einsätze

Die Feuerwehr wurde in der Silvesternacht zu 18 Brandschutz- und 63 Rettungsdiensteinsätzen alarmiert. Der Rettungsdienst verzeichnete die üblichen silvesterbedingten Einsätze. Besonders schwere Verletzungen gab es nicht.

Im Brandschutz erreichten die Leitstelle um kurz nach Mitternacht vier nahezu parallele Meldungen zu zwei Balkonbränden in Coerde sowie zwei vermeintlichen Wohnungsbränden an der Wolbecker Straße. Auf einem Balkon in Coerde war ein Müllsack in Brand geraten. Der zweite Einsatz war auf die Rauchentwicklung von dem ersten Einsatz zurückzuführen. Die beiden an der Wolbecker Straße gemeldeten Feuer entpuppten sich als Nebel aus einer Nebelmaschine. Hier waren keine Maßnahmen erforderlich.

Bei den 14 weiteren Einsätzen mussten vorwiegend Mülltonnen, Müllhaufen oder Strauchwerk gelöscht werden. Einen Einsatzschwerpunkt gab es nicht.

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