Digitaler Studienstart in Corona-Zeiten

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen müssen sich Studierende der WWU auf ein zweites "digitales Semester" einstellen.

© WWU, Jan Lehmann

Eigentlich war ein Hybridsemester geplant, also eine Mischung aus digitaler Lehre und Veranstaltungen mit Anwesenheit. Das Rektorat der WWU hat jetzt in einer E-Mail an die Studierenden und Beschäftigte mitgeteilt: Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen wird die Lehre auch in diesem Semester digital stattfinden. Praxiselemente im Sinne von Labortätigkeiten, Feldforschung etc. oder Einzelunterricht können unter Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften in Präsenz stattfinden. Auch Beratungsstellen und Bibliotheken bleiben vorerst geöffnet. Prüfungen sollen in der Regel digital stattfinden.

Uns ist bewusst, dass die heute benannte Entscheidung ein Einschnitt für das universitäre Leben in all seinen Facetten und für alle Beteiligten hat, weswegen wir uns diesen Schritt sehr schwer gemacht haben. Unter Einbeziehung aller Aspekte ist es aber ein notwendiger Schritt.

heißt es in der E-Mail.

Sollten die Infektionen weiter steigen, soll es noch mehr Einschränkungen geben.

Ein komplett digitales Semester ist für die Universität gut umsetzbar, sagt WWU-Pressesprecher Norbert Robers. Das vergangene Sommersemester, das wegen der Corona-Pandemie komplett online lief, hat viele Erfahrungswerte geliefert. "Wir konnten im letzten Semester technisch aufrüsten", sagt Robers.

Auch O-Woche digital

Rund 9.300 Studierende starten kommenden Montag (2.11.) in ihr Studium an der WWU. Die Orientierungswoche eine Woche vorher kann in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Monatelang haben die Fachschaften, also die Vertretungen der einzelnen Studienfächer, coronakonforme Konzepte entwickelt, damit die neuen Studierenden einen guten Start in Münster haben. Zu Beginn planten die Organisatoren noch mit einigen Präsenzveranstaltungen. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen setzten die Fachschaften dann zunehmend nur auf digitale Kennenlernspiele, Quizabende und Co.

Seit Sonntag (25.10.) ist klar, dass die Erstis ihre neuen Kommilitonen nur Online kennenlernen werden: Mit dem Anstieg des Inzidenzwerts auf über 50 gilt Münster jetzt als Corona-Risikogebiet. Auch die wenigen coronakonform geplanten Präsenztreffen können nicht stattfinden. Keine leichte Situation für Studienanfänger, die in vielen Fällen in eine neue Stadt ziehen und noch nicht viele Menschen vor Ort kennen.

Die digitale O-Woche ist allerdings nur der Anfang: Das neue Wintersemester war ursprünglich als "Hybrid-Semester" und somit als "Vollbetrieb mit Einschränkungen" geplant. Einige Vorlesungen und Seminare sollten online stattfinden, andere wiederum in Präsenz. Dafür hatte die Universitätsleitung Hygienekonzepte und sogar ein eigenes, internes Registrierungsverfahren entwickelt, mit denen sie Infektionsketten nachvollziehen konnte. Angesichts der rasant gestiegenen Corona-Zahlen dürfte die Uni jetzt aber auf einen digitalen Semesterstart setzen.

Für viele Studierende dürfte das digitale Semester nicht für Freude sorgen: Bereits im Sommersemester hatten Vertreter des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni im ANTENNE MÜNSTER-Interview von der psychischen Belastung gesprochen, die das digitale Semester für viele Studierende mit sich bringt. In der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow haben unsere Moderatoren Miriam Gerding und Gerrit Nissen außerdem mit Lennart Rettler, den Organisator der Orientierungswoche für die Kommunikationswissenschaften, gesprochen. Er hat dabei unter anderem erzählt, welche Aktionen in der Orientierungswoche - natürlich digital - stattfinden werden:

© ANTENNE MÜNSTER

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