Arbeiten in der Hitze

Münster schmilzt in der Hitze. Die Schüler bekommen Hitzefrei - aber wie sieht das eigentlich mit Arbeitnehmern aus? Professor Dr. Peter Schüren vom Institut für Arbeitsrecht der Uni Münster hat mit Miriam Gerding und Gerrit Nissen in der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow gesprochen.

Bei dieser Hitze fällt Arbeiten manchmal schon echt schwer. Aber wann sind die Umstände so belastend, dass der Arbeitgeber was tun muss? Professor Dr. Peter Schüren von der Uni Münster hat mit Miriam Gerding und Gerrit Nissen in der ANTENNE MÜNSTER-Morningshow genau diese Fragen geklärt. Das Wohl der Mitarbeiter liegt in der Verantwortung des Chefs, so Schüren. Ab 26 °C sollte der Chef also Vorkehrungen gegen die Hitze in den Büros treffen.

"Ab 30 °C muss er welche treffen. Und wenn es wirklich über 35°C in einem Büro wird, dann können die Leute dort eigentlich nicht mehr arbeiten und müssen in andere Räume."

Was das genau für Vorkehrungen sind, ist nicht genau definiert. Das hänge von Umständen ab, sagt Schüren. Maßnahmen könnten beispielsweise sein, die Räume kühler zu halten, indem sie morgens belüftet werden. Es gibt keine Verpflichtung, für den Arbeitgeber zu handeln. Da der aber logischerweise daran interessiert ist, dass Arbeit getan wird, macht es Sinn, die Arbeitnehmer vor unzumutbaren Arbeitsumständen zu bewahren. Ab einer gewissen Temperatur muss also keine Klimaanlage installiert sein. Ab einer Raumtemperatur von 35 °C sei es aber unzumutbar, in den Räumen zu arbeiten, und die Mitarbeiter müssten eigentlich nach Hause geschickt werden, sagt Schüren. Man kann zwar nicht einfach nach Hause gehen, aber es ist wichtig, sich zu schützen. Mögliche Maßnahmen sind, dass man den Raum wechselt, mehr trinkt oder eine Pause macht.

Hier gibt es noch ein paar Tipps von uns

  • Am besten ist es, die Arbeitszeiten in weniger warme Tageszeiten zu verlegen.
  • Kleidungsregeln sollten gelockert werden, damit die Krawatte nicht zum Schweißband wird.
  • Auch effektiv kann es sein, Räume durch Jalousien zu verdunkeln und auch nach der Arbeitszeit geschlossen zu halten. Am Morgen sollten auf jeden Fall noch mal die Luken aufgerissen werden, bevor die Mittagshitze sich breit macht. Abends und nachts zu lüften hilft für den nächsten Tag, damit die Büroluft nicht schon steht, wenn man zur Arbeit geht.
  • Außerdem sollten Drucker oder andere Elektrogeräte nur benutzt werden, wenn sie auch gebraucht werden. Ventilatoren ausgeschlossen.

Und wenn der Chef dann noch Getränke bereit stellt, macht das einen heißen Arbeitstag direkt um Längen besser. Muss ja nicht direkt das Feierabendbier sein. Wobei das auch keine schlechte Idee ist. Elektrolyte und so...

Das ganze Interview mit Professor Dr. Peter Schüren gibt es hier noch mal zum Nachhören!

© ANTENNE MÜNSTER

Weitere Meldungen