20 Jahre Radstation in Münster

Am Samstag, 15. Juni, soll das 20-jährige Bestehen der Radstation am Hauptbahnhof Münster gefeiert werden.

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Münsters Radstation vor dem Hauptbahnhof wird 20 Jahre alt. Zwei Jahrzehnte, in denen die architektonisch auffällige Station für Fahrräder eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Vom mit Skepsis beäugten Projekt zu Deutschlands erfolgreichstem und größtem Fahrradparkhaus. Am 15. Juni wird das gefeiert.

Weitere Infos über die Jubiläumsveranstaltung und ein neues Fahrrad-Parkhaus hat ANTENNE MÜNSTER-Reporter Jonas Menke:

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Die Radstation von innen© Nils Heede
Die Radstation von innen
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Münster, Anfang der 90er-Jahre: Öffentlichkeit und Politik waren sich uneins. Ein großes Fahrradparkhaus direkt vor dem Hauptbahnhof? Geht's noch? So dachten damals viele in Münster. Aber eben längst nicht alle, schließlich trug man schon damals den Titel "Deutschlands Fahrradhauptstadt" mit einem gewissen Stolz.

Also wurde das Projekt Radstation durch alle politischen Gremien gebracht und 1996 endgültig beschlossen. Darauf hatte Georg Hundt gewartet, er pachtete die Station von der Westfälischen Bauindustrie (WBI) und stieg als Geschäftsführer ein. Zur feierlichen Eröffnung 1999 kamen der damalige Bundesverkehrsminister Franz Müntefering (SPD) und NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) – beide waren begeistert.

Die Radstation von innen© Nils Heede
Die Radstation von innen
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Viel mehr als nur ein Parkhaus für Räder

Von Anfang an war Münsters Radstation viel mehr als nur ein Parkhaus für Fahrräder. Im Tiefparterre vor dem Bahnhof sowie in der Dependance an der Stubengasse erhalten Kunden einen Service, wie es ihn nicht allzu oft gibt: Vermietung, Reparatur, Shop, Schließfächer, Waschanlage und Information. "In unserer Meisterwerkstatt reparieren wir innerhalb von 24 Stunden, in unserer Zweigstelle an der Stubengasse bieten wir zudem einen 'Just-in-Time-Service'", sagt Georg Hundt. "Nach einem Kurzeinkauf können Sie Ihr Rad wieder mitnehmen. Das sind wohl die schnellsten Radreparaturen Münsters!"

Die Daten der Radstation sind beeindruckend: Auf über 2.500 Quadratmetern gibt es 3.300 Stellplätze, davon 550 persönliche. "Die sind alle ausgebucht", erklärt Hundt. 300 Mieträder und 17 E-Räder sowie Sonderräder komplettieren das Angebot. Vor allem Pendler, aber auch Touristen bilden die Kundschaft. Heute gehört das Rad-Haus am Bahnhof mit seiner markanten Stahl-Glas-Architektur und seinem unterirdischen Innenleben zu Münster wie Dom und Rathaus. Die Münsteraner sind stolz auf ihre Radstation, sie zählt wie selbstverständlich zur Infrastruktur der langjährigen Fahrradhauptstadt der Republik.

Robin Schäfer (l.) und Georg Hundt (r.)© Nils Heede
Robin Schäfer (l.) und Georg Hundt (r.)
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Wenig personelle Fluktuation

Gut 15 Mitarbeiter beschäftigt die Radstation, viele davon schon lange Jahre. "Wir hatten und haben wenig personelle Fluktuation", sagt Robin Schäfer. Der 35-Jährige ist Betriebsleiter und designierter Nachfolger von Georg Hundt. Eigentlich hatte er Lehramt studiert, aber dann wurde aus einem studentischen Aushilfsjob eine feste berufliche Heimat. In absehbarer Zeit wird Schäfer den Geschäftsführer-Job von Hundt, der inzwischen 65 Jahre alt ist, komplett übernehmen. Erst aber möchte man sich gemeinsam noch um den Aufbau einer zweiten großen Radstation an der Ostseite des Hauptbahnhofs kümmern. "Bis zur Eröffnung kann es noch drei Jahre dauern", vermutet Hundt.

Zu den Zukunftsplänen Geschäftsführer Georg Hundt im ANTENNE MÜNSTER-Interview:

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Am Samstag, 15. Juni, ab 11 Uhr wird gefeiert. Und zwar nicht nur in der Radstation, sondern auch und vor allem im Bahnhofstunnel unter den Gleisen. Dort spielt die Band "Die Zwillinge", außerdem werden u.a. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, Peter Todeskino, Geschäftsführer Westfälische Bauindustrie (WBI) und Bahnhofsmanager Michael Jansen ihre Glückwünsche überbringen. Bei einem Preisausschreiben gibt es ein Stadtrad in Radstation-Qualität und weitere Preise zu gewinnen. Münsteraner und Gäste sind eingeladen, auf die Zukunft ihrer Radstation anzustoßen. Auf die nächsten 20 Jahre!

Das Mietrad© Nils Heede
Das Mietrad
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Zum Jubiläum gibt's das Mietrad zu kaufen

Robust, bequem, zuverlässig: Die Mieträder der Radstation sind bei der Kundschaft überaus beliebt. "Das fährt ja besser als mein eigenes", ist häufig zu hören. Und natürlich die Frage, ob man dieses Arbeitspferd auf Rädern eigentlich auch kaufen kann.

Man kann! "Wir bieten das Rad als 'Edition 20' zu unserem 20-jährigen Jubiläum an", sagt Georg Hundt, Betreiber der Radstation. Die Aktion erfolgt – wie bereits vor zehn Jahren – in Zusammenarbeit mit der Firma AT in Altenberge, wo das robuste Rad für jeden Tag auch hergestellt wird. "Seine Ausstattung wird allen Anforderungen des Alltags gerecht", so Hundt weiter.

Angeboten wird die "Edition 20" für 645 Euro.

Die Mieträder der Radstation haben sich über viele Jahre in Münster und im Münsterland bewährt. Jahrelanger Einsatz und jahrelange Erfahrung, tausende Kilometer zu allen Jahreszeiten, auch im tiefsten Winter, Kopfsteinpflaster, Pättkes und Schlaglöcher – die Mieträder der Radstation stecken das alles locker weg. Kein Wunder bei der Ausstattung:

– Acht-Gang-Nabenschaltung von Shimano mit oder ohne Rücktritt

– Bereifung Schwalbe "Marathon plus" – der Unplattbare

– Nabendynamo/Standlicht hinten

– Hohlkammerfelgen

– Fünf verschiedene Farben in Pulverlackierung

– Vier verschiedene Rahmenhöhen in Damen- und Herrenversion

– Anlieferung auf Wunsch auch nach Hause

Ach ja: Wer möchte, kann die "Edition 20" einen Tag lang als Mietrad probefahren. Der Mietpreis wird beim Kauf des Rads angerechnet.

Münster muss wieder Fahrradhauptstadt werden

Kürzlich hat Münster den Titel "Fahrradhauptstadt Deutschlands" an Karlsruhe verloren. Inzwischen hat die Stadt ein neues Radwegekonzept vorgestellt. Für die Radstation wäre es wichtig, dass Münster sich auch offiziell wieder Fahrradhauptstadt nennen darf, sagt Robin Schäfer:


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Alle Infos zur Radstation auf https://www.radstation.de/


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