Zwei Tage früher Weihnachtsferien - Kritik an NRW-Vorstoß

Die NRW-Landesregierung schickt die Schüler in diesem Jahr schon am 18. Dezember in die Ferien. An der Entscheidung gibt es viel Kritik.

Die Entscheidung der Landesregierung, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie früher beginnen zu lassen, sorgt für Diskussionen. Lehrer sind skeptisch. SPD und Grüne wollen am Freitag im Landtag von Ministerin Gebauer wissen, wie das Ganze gehen soll.


Lehrerverbände äußerten sich kritisch. «Diese Idee ist nicht dienlich», sagte die Vorsitzende des Philologenverbands, Sabine Mistler, der «Rheinischen Post». Wichtig sei aus ihrer Sicht vor allem, dass insbesondere Oberstufenschüler noch ihre Klausuren schreiben könnten, da es in der jetzigen Situation kaum eine Verschiebemöglichkeit gebe.

Nach Ansicht des Präsidenten des Nordrhein-Westfälischen Lehrerverbandes, Andreas Bartsch, ist die Entscheidung verfrüht. «Je nach Infektionslage sollten dann Virologen beurteilen, ob dies sinnvoll ist», sagte er der «Rheinischen Post». Zudem sei nicht sicher, ob sich die Schüler in dieser Zeit in Quarantäne begeben.

Das Vorstandsmitglied der Landeselternschaft der Gymnasien in NRW, Dieter Cohnen, hingegen sagte dem Blatt: «Grundsätzlich ist eine solche langfristige Festlegung gut, weil sie Planungssicherheit für die Feiertage und für die Reise- und Touristikbranche bringt.» Es müsse jedoch geklärt werden, wo die beiden zusätzlichen Ferientage herkommen sollen.

Um den Familien ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest zu ermöglichen, habe man sich dazu entschieden, den 21. und 22. Dezember freizugeben, so NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Damit wird Freitag, der 18. Dezember, in NRW der letzte Schultag in diesem Jahr. Sie wolle in den kommenden Tagen mit Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden klären, wie der Ausfall im laufenden Schuljahr kompensiert werden könne und wie eine Notbetreuung am 21. und 22. Dezember sichergestellt werden könne. Eigentlich hätten die Winterferien am 23. Dezember begonnen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Dienstag einen früheren Beginn der Winterschulferien in NRW um zwei Tage ins Spiel gebracht. Die Landesregierung werde das mit Verbänden erörtern, hatte Laschet gesagt. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen einige Tage vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei den Familienfeiern nicht zu Ansteckungen kommt. Die Ministerin sprach bei dieser Idee von einer «Vorquarantäne», die sie umsetzen wolle.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich positiv zu Überlegungen geäußert. «Das ist sicherlich ein Teil der Debatte», sagte Spahn am Mittwoch in der Sendung «Frühstart» der Fernsehsender RTL und ntv. Für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. «Das wäre mit so einer Maßnahme gegeben.» Das könnte auch Teil der Debatte am Montag sein, wenn die Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die weiteren Schritte zur Pandemiebekämpfung beraten.

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