Von der Flucht in die Literatur

Vor ziemlich genau zehn Jahren, im Jahr 2009, musste die junge Afghanin Elham Sayed Hashemi ihr Heimatland verlassen, weil sie und ihre Familie dort schwer bedroht wurden. Jeden Tag passierten schreckliche Dinge. Dafür gab sie ihr Medizinstudium in Kabul auf, um die Chance auf ein besseres Leben zu haben und flüchtete nach Deutschland. Hier erzählt sie jetzt ihre Geschichte. Heute war sie zu Gast bei den ANTENNE MUENSTER-Morgenmoderatoren Anja Brukner und Christoph Hausdorf.

© ANTENNE MÜNSTER

Als sie in Deutschland ankam, schien ihr das Leben hier viel hoffnungsvoller als in Afghanistan. Schnell stellte die junge Studentin und begeisterte Autorin fest, dass besonders die Selbstständigkeit, die Freiheit und die Sicherheit, die sie hier erleben darf, ganz anders sind als in ihrem alten Zuhause.

Trotzdem musste sie sich auch ordentlich "durchkämpfen", wie sie uns im Interview verrät.

Mit ihrer Schwester zusammen besuchte sie einen Crashkurs in Deutsch. Auch finanziell sah es am Anfang schwierig aus, weil sie bei der Flucht nicht viel aus Afghanistan mitnehmen konnte. Trotzdem ist Elham sehr froh, dass sie jetzt hier sein darf und hofft als ein "Beispiel für Integration" voran zu gehen.

Sie hat bereits gut Fuß gefasst in ihrer neuen Heimat

Ihr sind tatsächlich viele spannende und tolle Dinge in Deutschland passiert. An der WWU Münster konnte sie ein Studium der Zahnmedizin beginnen. Und damit nicht genug: Sie hat außerdem einen autobiographischen Roman über ihre Erlebnisse und die verheerenden Zustände in ihrer Heimat geschrieben. Ihr Werk "Die Frau eines Terroristen", das sie bereits in ihrer Heimat verfasste, ist inspiriert durch ihre eigenen Erlebnisse und bewährt sich durch ihren persönlichen Touch an Phantasie und Fiktionalität. Im Buch geht es um eine Frau, die zur Flucht gezwungen ist, weil ihr Mann mit einem terroristischen Anschlag in Verbindung gebracht wird. Natürlich war Elham selbst nie mit einem gefassten Terroristen verheiratet, trotzdem ist ihr Buch eine Darstellung der "Mentalität der Bevölkerung der bürgerkriegsähnlichen Zustände" und ihrer eigenen Erfahrungen.

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Die Autorin hat außerdem schon ein zweites Buch fertiggestellt und arbeitet sogar bereits an einem dritten. Worum es geht, verrät sie uns nicht.

Elham hat Anforderungen an Geflüchtete, die nach Deutschland kommen. Sie erwartet, dass diese Menschen auf jeden Fall die deutsche Sprache lernen, um den Schritt in die Integration zu machen - so wie sie und ihre Schwester es selbst gemacht haben. Die Alternative wäre das Land wieder zu verlassen.

Für ihre Zukunft erhofft Hashemi sich ein Leben als Medizinerin und Autorin zugleich.

© agenda Verlag
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Der Roman "Mahrokh - Die Frau eines Terroristen" ist im Münsteraner agenda-Verlag erschienen.

Das ganze Interview gibt es hier nochmal zum Nachhören.

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