Impfneid - Müssen wir uns dafür schämen?

Habt ihr auch gerade irgendwie das Gefühl, alle werden geimpft, nur ihr nicht? Jedenfalls hören viele von Leuten im Freundeskreis, bei Bekannten, Nachbarn oder anderen Eltern in der Kita oder Schule von immer mehr Leuten, die geimpft werden. Falls ihr mittlerweile etwas nedisch werdet, ist das ok, solange das Gefühl nicht zu stark wird, sagt Prof. Dr. Gerald Echterhoff, Professor für Sozialpsychologie an der WWU im ANTENNE MÜNSTER-Interview.

© Anna Meyer-Kahlen / WWU

Die Meinungen gehen auseinander. Einige sind überhaupt nicht neidisch und gönnen es Geimpfen, wenn sie schon dran gekommen sind, andere wiederum gönnen es zwar den Geimpfen, verspüren mittlerweile trotzdem etwas "Impfneid" und wiederum andere sind so neidisch, dass sie es Geimpfen nicht mehr gönnen können, jetzt geschützt zu sein beziehungsweise mehr Freiheiten zu haben.

Neidisch zu sein an sich ist erst einmal menschlich, etwas Natürliches. Der Neid darf aber nicht zu groß werden. Sobald wir das Gefühl haben, wir können Geimpften ihre Freiheiten und Sicherheiten nicht mehr gönnen, sollten wir ins uns gehen, so Prof. Dr. Gerald Echterhoff, Professor für Sozialpsychologie an der WWU im ANTENNE MÜNSTER-Interview. Denn wir können lernen, mit "Impfneid" umzugehen. Die Vorteile einer Covid-19 Impfung werden durch die Medien und durch unser nahes Umfeld außerdem immer weiter verbreitet. Je mehr geimpft wird, desto mehr vergleicht man sich. Mit dem Gefühl von Neid müssen wir aber alle ganz kritisch umgehen, so Echterhoff. Im sozialen Bereich muss man sich immer die Frage stellen: Mit wem vergleiche ich mich eigentlich?.

Das ganze Interview mit Prof. Dr. Gerald Echterhoff gibt es hier zum Nachhören:

© ANTENNE MÜNSTER

Anzahl der Impfungen in Münster

Bislang (Stand Montag, 03.05.) sind in Münster knapp 123.000 Menschen gegen eine schwere Covid-Erkrankung mindestens erstgeimpft worden, davon rund 28.000 in den ärztlichen Praxen. Etwa 33.000 Personen haben bereits ihre zweite Impfung erhalten.

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