Bistum lässt Missbrauchsskandal aufarbeiten

Bischof Dr. Felix Genn und Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels haben am Mittwoch mit ihren Unterschriften die Studie gestartet: Ein Team von Wissenschaftlern wird die Missbrauchsfälle im Bistum Münster intensiv aufarbeiten. Vor allem geht es darum, Missbrauchsfälle aufzudecken, zu beschreiben sowie Strukturen zu rekonstruieren, die Missbrauch begünstigten oder seine Aufdeckung verhinderten.

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Tausende von Opfern, von den viele noch heute unter den Übergriffen leiden: Der Missbrauchskandal hat die Katholische Kirche in ganz Deutschland in den vergangenen Jahren erschüttert. Für das Bistum Münster sollen die Missbrauchsfälle jetzt in einer großangelegten Studie von Historikern der Uni Münster aufgearbeitet werden.

v.l.: Prof. Dr. Thomas Großbölting, Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Münster, Dr. Klaus Winterkamp, Generalvikar des Bistums, Norbert Robers, Pressesprecher WWU© ANTENNE MÜNSTER
v.l.: Prof. Dr. Thomas Großbölting, Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Münster, Dr. Klaus Winterkamp, Generalvikar des Bistums, Norbert Robers, Pressesprecher WWU
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Eine fünfköpfige Forschergruppe unter Leitung des Geschichtsprofessors Thomas Großbölting wird sich im Auftrag des Bistums in den nächsten zweieinhalb Jahren mit den Missbrauchsfällen im Bistum Münster befassen. Dazu sollen u.a. Personalakten seit 1945 ausgewertet werden. Außerdem wollen die Forscher auch konkrete Fälle untersuchen und mit Betroffen sprechen. Das Bistum garantiert den Zugang zu wichtigen Unterlagen und sichert dem Forscherteam völlige Unabhängigkeit zu.

1,3 Millionen Euro zahlt das Bistum für die Studie. Am Ende sollen die Ergebnisse in einem Buch veröffentlicht werden. Dabei sollen dann auch Namen von Opfern, Tätern und Verantwortlichen für Missbrauch im Bistum Münster genannt werden.

Das Bistum erhofft sich von der Studie auch Aufschluss über die Strukturen in katholischen Gemeinden des Bistums, die Missbrauch möglich gemacht haben und eine Aufdeckung verhindert haben.

Prof. Dr. Thomas Großbölting nennt im ANTENNE MÜNSTER-Interview die beiden Ziele der Studie:


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