Anwohnerparken: Rat beschließt drastische Erhöhung

Es ist beschlossene Sache. Der Stadtrat hat am Abend entschieden: Bewohnerparkausweise werden um mehr als "2.000 Prozent" teurer und kosten künftig bis zu 380 Euro im Jahr.

© Stadt Münster, Amt für Kommunikation

Ab dem 1. Juli steigen die Gebühren für einen Bewohnerparkausweis von aktuell 17 auf dann 130 bis 190 Euro im Jahr. In einem Jahr wird das Ganze noch einmal verdoppelt. Ab Juli 2024 sind zwischen 260 und 380 Euro fällig. Am Ende gilt: Je größer und länger das Auto, desto teurer ist der Parkausweis.

Kritik: Abzocke - aber keine Garantie

Viele ANTENNE MÜNSTER-Hörerinnen und -Hörer kritisieren an dem Beschluss, dass jetzt ordentlich abkassiert wird, man aber trotzdem keine Garantie hat, dass auch wirklich ein Parkplatz frei ist. Die Ratspolitiker vom Bündnis aus Grünen, SPD und Volt sehen das aber ganz anders. So sagte etwa die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Andrea Blome: Teile man die neue Gebühr durch 365 Tage, ergibt sich in den meisten Fällen ein Preis von unter einem Euro pro Tag und Parkplatz. Und das sei im Vergleich zu normalen kostenpflichtigen Parkplätzen immer noch sehr günstig. Zudem gibt es Ausnahmen für Menschen mit geringem Einkommen, die den Münster-Pass besitzen: Sie müssen jährlich nur 80 Euro für den Bewohnerparkausweis zahlen.

Was kosten Bewohnerparkausweise woanders?

Münster ist mit der deutlichen Gebühren-Anhebung kein Sonderfall. Im internationalen Vergleich sind die 380 Euro pro Jahr durchaus noch günstig. Anwohnerinnen und Anwohner in der schwedischen Hauptstadt Stockholm zahlen 1.200 Euro für einen Parkplatz. In deutschen Städten wird’s nicht ganz so happig. In Freiburg kostet der Ausweis bis zu 480 Euro. Köln prüft gerade eine Erhöhung auf bis zu 600 Euro - zumindest für die Top-Lagen. Nur Berlin bleibt eine Ausnahme: In der Hauptstadt kostet ein Bewohnerparkausweis "nur" 120 Euro pro Jahr.

Was macht die Stadt mit dem Geld?

Durch die teureren Bewohnerparkausweise erhofft sich die Stadt Mehreinnahmen von über 2 Millionen Euro pro Jahr. Das Geld soll in die Finanzierung eines 29-Euro-Tickets für den ÖPNV fließen, das unter anderem die Stadtwerke Münster parallel zum bundesweiten 49-Euro-Ticket einführen wollen. Ziel der Stadt ist es auch, die Zahl der Autos in der Stadt zu reduzieren. Die höheren Gebühren sind somit ein Baustein für die Verkehrswende und den Klimaschutz in Münster.

Alte Bewohnerparkausweise bleiben gültig

Wer aktuell einen Bewohnerparkausweis besitzt, darf ihn noch über den Stichtag 1. Juli behalten. Die alten Ausweise sind für ihre einjährige Laufzeit noch nicht von der Erhöhung betroffen. Mehr Geld wird dann erst mit einer Verlängerung fällig. Wer auf die Idee kommt, jetzt noch schnell einen Ausweis zu beantragen, hat Pech. Ab sofort werden die Bewohnerparkausweise nur noch mit Frist zum 30. Juni 2023 ausgestellt. Fragen rund um das Thema beantwortet die Stadt auch in einem umfassenden Fragen-und-Antworten-Katalog (FAQ) auf der städtischen Internetseite.

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