Tornado in Bocholt - Schwere Sturmschäden

Abgedeckte Häuser, 100 entwurzelte Bäume, ein Auto, das wie Spielzeug durch die Luft flog: Ein Tornado hat im Westmünsterland gewütet.

Auto durch die Luft gewirbelt

In Bocholt hat in der Nacht zum Mittwoch (05.06.) ein Tornado für erhebliche Schäden gesorgt. Experten zufolge erreichte die Windhose ein Tempo von 181

bis 253 Stundenkilometer - und damit eine zerstörerische Kraft. Ein Auto sei zehn Meter weit durch die Luft gewirbelt, ein Dach komplett abgedeckt worden, sagte ein Sprecher der Stadt.

Insgesamt seien neun Häuser beschädigt und etwa 100 Bäume entwurzelt worden oder hätten schwere Schäden davongetragen. Ein Mensch sei leicht verletzt worden.

"Da hat eine lokale Windhose massiv gewütet", berichtete der Sprecher. Rund 90 Feuerwehrleute waren den Angaben zufolge in der Nacht über Stunden im Einsatz, am Morgen setzten sie die Aufräumarbeiten fort. Die Stadt richtete einen Krisenstab ein. Versicherungssachverständige ermitteln die Schadenshöhe.

Zerstörerische Stürme hatten zuletzt in Nordrhein-Westfalen mehrfach für Aussehen gesorgt: Im Mai 2018 fegte ein Tornado durch einen Ortsteil von Viersen am Niederrhein und richtete Millionenschaden an. Vor knapp drei Monaten schlug ein Tornado eine Schneise der Verwüstung im Eifel-Örtchen Roetgen. Im Jahr 2018 verzeichnete der DWD bundesweit insgesamt 17 Tornados

Insgesamt war das Gewitter, das in der Nacht über Nordrhein-Westfalen zog, schwächer als erwartet. Über Belgien und die Niederlande war es zuvor noch mit Böen von mehr als 100 km/h gezogen. Im Laufe des Mittwochs bleibe es laut DWD-Prognose zunächst ruhig. In der Nacht zum Donnerstag könnten dann aber von Südwesten her wieder neue Unwetter aufziehen.

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