
Polizei sucht nach Böller-Werfer
Regionalliga-Partie zwischen RW Essen und Preußen Münster: Der Tatverdacht gegen eine zunächst festgenommene Person hat sich nicht bestätigt.
Veröffentlicht: Montag, 21.02.2022 11:30
Wie die Polizei Essen erklärt, ist der Mann relativ schnell wieder auf freien Fuß gesetzt worden und konnte vollständig rehabilitiert werden. "Die Ermittlungen laufen weiter. Wir suchen auch Zeugen, die vielleicht selbst Videoaufnahmen gemacht haben", sagte eine Sprecherin der Polizei.
Das Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga West an der Essener Hafenstraße war am Sonntag (20.02.) beim Stand von 1:1 zunächst unterbrochen worden, nachdem aus der Essener Fankurve ein Feuerwerkskörper in Richtung der Auswechselspieler von Münster geworfen wurde. Mittelfeldspieler Marvin Thiel erlitt ein Knalltrauma, Verteidiger Jannik Borgmann einen Schock. Ebenfalls verletzt wurde Athletiktrainer Tim Geidies. Nach einer weiteren Untersuchung am Montag (21.02.) steht fest, dass die beiden Spieler zunächst nicht mehr am Trainingsbetrieb teilnehmen können. Der Athletiktrainer klagte ebenfalls noch über Beschwerden in Folge des Böllerwurfs und musste medizinisch versorgt und behandelt werden.
Sportgericht entscheidet über Spielausgang
Schon im Hinspiel zwischen beiden Teams in Münster war es zu Ausschreitungen gekommen. Ein Sportgericht entscheidet jetzt über das Ergebnis des Fußball-Regionalligaspiels Rot-Weiss Essen gegen Preußen Münster. Da der Böller-Angriff von Essener Fans ausging, ist es wahrscheinlich, dass Preußen Münster die drei Punkte für dieses Spiel bekommt. Aber auch die Preußen-Fans waren beim Spiel nicht unschuldig. Sie provozierten aus ihrem Fanblock auch immer wieder und sollen nach dem Spielabbruch beim Transport zum Bahnhof unter anderem Scheiben eines Essener Stadtbusses zerstört haben.
RWE und SCP äußern sich direkt nach Spielabbruch
Rot-Weiss Essen-Chef Marcus Uhlig kündigte eine Aufarbeitung und Konsequenzen an. "Das ist für mich persönlich der Tiefpunkt meiner bisherigen Zeit bei RWE. Wir werden uns in den nächsten Tagen intensiv mit all den Facetten, direkten und indirekten Auswirkungen dieser unfassbar dämlichen Aktion beschäftigen. Das wirft kein gutes Licht auf RWE. Wir sind stinksauer", sagte Uhlig in einem Video-Statement des Clubs. "Es darf einfach nicht sein, dass ein einziger oder ganz wenige Vollidioten alles kaputt machen und den ganzen Verein in den Dreck ziehen", erklärte der 50-Jährige. Rot-Weiss Essen hat für sachdienliche Hinweise inzwischen eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgeschrieben.
Auch der SCP verurteilt den Vorfall aufs Schärfste: "Skandalös ist das und hat in keinem Stadion der Welt etwas zu suchen! Schämt euch!". Preußens Sportdirektor Peter Niemeyer erklärte im Anschluss an die abgebrochene Partie: "Das sind Szenen, die niemand sehen will und die nicht in ein Fußballstadion gehören. Als Sportler wollen wir natürlich sportliche Entscheidungen auf dem Platz herbeiführen, doch hier stehen das Wohl und die Gesundheit unserer Spieler im Vordergrund. Eine reguläre Fortsetzung wäre unter diesen Umständen nicht möglich gewesen."
Es galt im Vorfeld als das Topspiel in der Regionalliga West: Vor knapp 10.000 Fans spielte der Tabellenerste gegen den Tabellenzweiten, Essen gegen Münster. Und dann geht es auch noch um den Aufstieg in die 3. Liga. Statt eines Fußballkrimis sahen die Fans im Essener Stadion dann, wie kurz nach dem Ausgleichstreffer der Preußen zum 1:1 durch Gerrit Wegkamp in der 73. Minute ein Böller explodierte, geworfen aus den Reihen der RWE-Fans. Das Spiel wurde daraufhin von Schiedsrichter Christian Scheper zunächst unterbrochen, rund eine halbe Stunde später dann abgebrochen.

