Ausschreitungen beim Preußenspiel

Fans von SC Preußen Münster und Rot-Weiss Essen sind am Dienstag (14.09.) im und vorm Preußenstadion aufeinander los gegangen. Die Polizei Münster versucht das Geschehen derzeit aufzuklären. Dazu wurde jetzt ein Hinweisportal eingerichtet, um weiteres Bildmaterial zu sammeln.

© Sanders

Die Polizei Münster bemüht sich eine Aufklärung der schweren Ausschreitungen zwischen dem SC Preußen Münster und Rot Weiß Essen. Auf einem Hinweisportal können Bilder und Videos, die das Tatgeschehen oder Ausschnitte daraus wiedergeben, hochgeladen werden. Ebenso können sich dortund gegebenenfalls noch nicht bekannte Geschädigte melden.

"Wir gehen davon aus, dass viele Zuschauer per Smartphone Aufnahmen von den Ereignissen gemacht haben [...] Jede zur Verfügung gestellteVideoaufnahme kann den Ermittlern weiteren Aufschluss über das Tatgeschehen und die Täter geben."

Jan Schabacker, Sprecher der Polizei Münster

In den sozialen Medien kursieren bereits einige Videos, die den Blocksturm der Essener Problemfans sowie die Ausschreitungen vor dem Stadion dokumentieren. Hinweise werden auch weiterhin beim Polizeipräsidium Münster unter der Rufnummer 0251 275-0 entgegengenommen.

Ausschreitungen beginnen nach dem Spiel

Sportlich hat der SC Preußen Münster am Dienstagabend eine erste Niederlage einstecken müssen. Der SCP hat das Derby gegen Rot-Weiss Essen mit 2:3 verloren. Damit haben die Essener die Preußen von der Tabellenspitze verdrängt.

Nach dem Spiel wurde es dann unsportlich:

Trotz eines Großaufgebots der Polizei kam es im und vor dem Preußenstadion zu Auseinandersetzungen. Nach Aussage der Münsteraner Polizei brachen Essener Ultras nach dem Schlusspfiff zwei Zäune aus dem Gästeblock heraus und stürmten über die Nordtribüne in Richtung der Münsteraner "Problemfans". Vor dem Stadion kam es dann zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fanlagern. 30 Personen wurden verletzt, zwei von ihnen, ein Ordner und ein Rentner, schwer.

Ein möglicher Grund könne gewesen sein, dass viele Polizisten nach Ende des Spiels bereits vor dem Stadion waren, um die Essener Fans in die Busse zu leiten. Dadurch konnten die Essen-Fans zu den Münsteraner Fans gelangen. Die Polizei hat am Abend bereits 17 Personen kurzfristig in Gewahrsam genommen, zwei weitere wurden festgenommen. 

ANTENNE MÜNSTER-Nachmittagsmoderator Christoph Hausdorf hat von Polizeisprecher Jan Schabacker erfahren, woran es gehapert hat - und was Polizei und Verein künftig besser machen müssen:

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Verfahren beim Sportgericht eingeleitet

Wegen Abbrennens von Pyrotechnik in beiden Fan-Lagern wurde aufgrund der Eintragung im Spielbericht des Schiedsrichters Timo Gansloweit (Dortmund) bereits ein Verfahren gegen beide Vereine beim Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) eingeleitet.

ANTENNE MÜNSTER-Nachrichtenredakteurin Franziska Krämer berichtet im Gespräch mit den Morgenmoderatoren Miriam Gerding und Gerrit Nissen:

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Stellungnahme des SC Preußen Münster

Die Vorfreude auf das Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen, das in einem ausverkauften Preußenstadion stattfinden konnte, war groß und der Westschlager sollte zu diesem frühen Saisonzeitpunkt ein echtes Highlight werden. Bei aller sportlichen Rivalität haben nach Spielschluss allerdings Szenen die Partie überschattet, die in kein Fußballstadion dieser Welt gehören. Anhänger von RW Essen haben sich illegalerweise Zutritt in die Heimbereiche verschafft und dort nach Polizeiangaben mehrere Ordner sowie Preußenfans angegangen, die teilweise leicht, zwei Personen zudem schwer verletzt wurden. Laut Polizei-Meldung mussten insgesamt 30 Personen medizinisch behandelt werden. Mehr als deutlich sei an dieser Stelle gesagt: Der SC Preußen verurteilt jedwede Form der Gewalt und wünscht allen verletzten Personen eine schnelle und vollständige Genesung.

"Das Mitanzusehen war schlimm und hat nichts, wirklich gar nichts in einem Fußballstadion oder anderswo zu suchen. Das hat mit Sport nichts zu tun. Im Namen des SC Preußen möchte ich allen Betroffenen unsere Anteilnahme aussprechen und den Opfern der Gewalt eine gute Besserung wünschen", erklärt Vereinspräsident Christoph Strässer, der am Dienstagabend selbst Augenzeuge war: "Als Verein versprechen wir, dass wir alles tun werden, um die Hintergründe und die konkreten Abläufe dieser Eskalation aufzuklären und im Notfall die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen werden. Jetzt müssen wir aber zunächst die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abwarten, wollen aber in der Zwischenzeit den verletzten Personen auch persönlich unsere Anteilnahme aussprechen."

Wenngleich die sportliche Rivalität während der 90 Minuten im Preußenstadion auf dem Platz und auf den Rängen pulsierte, verurteilt auch RW Essen die Szenen nach Spielschluss und entschuldigte sich bereits auf offizieller Ebene beim SCP und den Betroffenen.

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