
"Weltbester Paketbote"
Das Erpho-Viertel hat seinen geliebten Postboten Martin mit einem Überraschungsempfang emotional verabschiedet.
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Dieser Paketbote gehörte einfach zu uns, hieß es am Samstagabend (19.09.) häufiger. Rund 200 Anwohner waren gekommen, die ihren Martin über Jahre hinweg ins Herz geschlossen hatten. Offiziell geht Martin zwar erst am 01. November in den Ruhestand, doch schon jetzt organisierten die Nachbarn für ihn eine ganz besondere Überraschung.
Martin war über zwölf Jahre bei der Post tätig und insgesamt 35 Jahre im Transportgewerbe unterwegs. Dass ihn im Viertel eine Überraschung erwarten könnte, hatte er bereits geahnt. Doch damit, dass sich so viele Menschen versammeln würden, um ihn zu feiern, rechnete er nicht.
Martin war für viele Anwohnerinnen und Anwohner weit mehr als nur der Paketbote. Mit seiner freundlichen und offenen Art und seinem ehrlichen Interesse an den Menschen wurde er zu einem festen Bestandteil des Viertels. Die meisten Anwohner kannte er mit Namen und für ein kurzes Gespräch nahm er sich immer Zeit. Bei neuen Nachbarn stellte er sich vor mit "Ich heiße Martin, ihr könnt mich alle duzen!" oder "Ah! Ihr seid neu hier, toll! Ich bin Martin. Willkommen im Erphoviertel, dem schönsten Viertel der ganzen Stadt." erzählen die Nachbarn.
Überraschungsfest mit großer Resonanz
Die Abschiedsfeier wurde von Ingo und Julia, zwei Anwohnern des Viertels, gemeinsam mit Katja von der Gaststätte "Das Heini" geplant. Die drei verteilten rund 1.000 Flyer im Erphoviertel und luden die Nachbarschaft zu einer Überraschung für Martin ein. Außerdem hatten alle die Möglichkeit, bereits im Vorfeld für ein gemeinsames Geschenk zu spenden. Die Resonanz war so groß, dass selbst Katja überrascht war. Sie hat mit deutlich weniger Menschen gerechnet und musste im Vorfeld das Ordnungsamt beruhigen, dass der Verkehr auf der Warendorfer Straße ganz normal weiterlaufen würde. Empfangen wurde Martin schließlich mit einem Spalier und einem Sektempfang vor dem "Das Heini".
Viele schöne Erinnerungen
Einige Nachbarinnen und Nachbarn nutzen die Gelegenheit, um persönliche Geschichten über Martin zu erzählen. Gemeinsam wurde beim Fest gefeiert, gelacht und auf viele schöne Jahre zurückgeblickt. Die Stimmung war geprägt von großer Wertschätzung für einen Menschen, der das Viertel über eine lange Zeit begleitet hat. Markus, ein Anwohner aus der Erphostraße, brachte es auf den Punkt:
Der Mann ist ein Wunder, der Mann ist wirklich ein Wunder.
Die Menschen im Erphoviertel schätzen vor allem Martins positive und freundliche Art. Ob Pakete mit Katzenfutter und einem Bürostuhl bis ins Dachgeschoss, Koffer die ins Auto getragen werden mussten oder einfach ein offenes Ohr: Martin kümmerte sich. Hilfsbereit, herzlich und aufmerksam war er für viele im Viertel da.
Alle sagen "Danke"
Eine besondere Beziehung hatte Martin auch zu den Kindern im Viertel. Einige von ihnen zogen eigenständig los und sammelten Geld, um ihm zum Abschied Süßigkeiten zu schenken. Beim Einkauf fehlten ihnen ein paar Euro. Als der Filialleiter des Supermarkte erfuhr, dass es sich um ein Geschenk für Martin handelt, durften die Kinder die Süßigkeiten trotzdem mitnehmen. Am Ende erhielt Martin unzählige Karten, Blumen, Geschenktüten mehrere Miniatur-Postautos und einen DHL-Kuchen.
Wohlverdienter Ruhestand
Nach vielen Jahren im Berufsleben wird Martin in seinem Ruhestand kürzer treten. Seine Frau Monika, die für das Überraschungsfest eingeweiht war, erzählte, dass er sich im Ruhestand eine wohlverdiente Auszeit gönnen und vor allem die Zeit mit seinen Enkelkindern genießen möchte. Auch wenn Martin dem Erphoviertel noch ein paar Wochen erhalten bleibt, ist jetzt schon klar: Er wird im Viertel eine große Lücke hinterlassen. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung an einen Menschen, der weit mehr war als ein Paketbote. Er war ein vertrautes Gesicht, ein freundlicher Begleiter des Alltags und für viele einfach "Martin aus dem Erphoviertel".







