„Voll ist out“ setzt auf die Clique

Die Städtische Präventionskampagne geht in eine neue Runde und appelliert diesmal an Zusammenhalt in der Gruppe.

© Stadt

Der regelmäßige Alkoholkonsum junger Menschen zeigt seit Jahren kontinuierlich eine rückläufige Tendenz. Allerdings nahm im vergangenen Jahr das Rauschtrinken bei jungen Erwachsenen wieder zu. "Voll ist out", die städtische Präventionskampagne, greift diese Problematik auf und nimmt in diesem Jahr mit ihrem thematischen Schwerpunkt "feierfreudige" Jugendliche ins Visier. Das neue Plakatmotiv zeigt eine ausgelassene Gruppe junger Menschen am münsterschen Hafen, einer der zurzeit angesagtesten "Feiermeilen" in Münster. Ein junger Mann balanciert auf der Kaimauer und wird in dem Moment, als er abzustürzen droht, von einem Cliquenmitglied aufgefangen. Mit der Bildunterschrift "Bei uns stürzt keiner ab!" setzt "Voll ist out" in diesem Jahr auf Gruppenzusammenhalt und gegenseitige Verantwortung, gerade auch wenn´s beim Feiern mal "etwas feuchter" zugeht.

"Ziel der diesjährigen Plakataktion ist es, Jugendcliquen zu motivieren, sich den Slogan als Leitspruch für das ‚Feiern‘ zu eigen zu machen", erläutert Georg Piepel, Kampagnenverantwortlicher und Leiter der städtischen Drogenhilfe. "Wenn sich die Gruppe schon im Vorfeld gegen den Absturz entscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie das auch schaffen." Was dabei hilfreich sein kann, möchte "Voll ist out" gern von den Jugendlichen selbst wissen. Im diesjährigen Gewinnspiel wird darum nach Tipps für "absturzfreies Feiern" mit der Clique gefragt. Unter allen Teilnehmenden werden von der münsterschen Kaufmannschaft gestiftete Preise verlost. Erstmalig können die Tipps nicht nur online auf der Webseite, sondern auch auf Instagram (#vollistout) abgegeben werden.

Um die junge Zielgruppe zu erreichen, spielen die jeweils angesagten Kommunikationswege der sozialen Medien eine wichtige Rolle. "Die Botschaft der Kampagne ist auch nach 15 Jahren immer noch stimmig und trifft auf hohe Akzeptanz bei den jungen Leuten", meint Bernhard Paschert, Abteilungsleiter Kinder- und Jugendarbeit. "‘Voll ist out‘ muss aber neue Kommunikationswege und Medien nutzen, wollen wir die Jugendlichen weiterhin möglichst umfassend erreichen!"

Daneben setzt das bundesweit beachtete Konzept der Kampagne auf die bewährten Zielgruppen und Bausteine: Die Jugendlichen selbst – die Jüngeren wie auch die Trinkerfahrenen – können sich in Schule und Jugendarbeit vielfältig mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen. Die geschulten "Voll ist out"-Teams sind bei den Karnevalsfeiern, aber auch schon Wochen früher mit Infos und Gewinnspiel an Treffpunkten junger Menschen unterwegs. Sie begleiten den ZiBoMo in Wolbeck und sind mit gemeinsam mit dem Roten Kreuz im "Hilfezelt" beim Rosenmontagszug anzutreffen. Das Projekt "HaLT" für Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet sind, und ihre Eltern, wird häufig genutzt und ergänzt das Angebot der Jugendberatung der Drogenhilfe.

Bereits zum dritten Mal profitieren Familien mit jüngeren Kindern in diesem Jahr von einer "Familienfreundlichen Zone": Sie wird im Schulterschluss mit dem Bürgerausschuss Münsterscher Karneval eingerichtet, wieder entlang der Engelenstraße. Dort können Familien entspannt feiern, denn in der Zone sind Alkohol- und Nikotinkonsum nicht erlaubt. Die Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal an den Schulen sind auch in dieser Session im Programm. Ebenso werden die Kontakte zur Sensibilisierung des Personals in Gastronomie und Einzelhandel gepflegt. In der Stadt lädt "Voll ist out" an den Infoständen zum Gespräch ein. Wie in den Vorjahren unterstützt die IKK Classic "Voll ist out". Der Bürgerausschuss Karneval, das DRK, die Krankenhäuser, Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit sind neben vielen anderen weitere Partner der städtischen Kampagne.

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