"Viva Maria!" - Demonstration am 6. Juli

Die Aktion "Maria 2.0" geht in Münster weiter. Die Teilnehmerinnen fordern, die Missbrauchsfälle in der Kirche aufzuarbeiten und Frauen in Kirchenämter gleichberechtigt zu berücksichtigen.

© Andrea Niemann

Die kfd im Bistum Münster und "Maria 2.0" rufen zur Demo am 6. Juli 2019 auf (v.l.n.r.): Andrea Temming (kfd), Adelheid Kellinghaus (Maria 2.0), Lisa Kötter (Maria 2.0), Judith Everding (kfd)

Die Aktionswoche im Mai hatte in ganz Deutschland für Aufsehen gesorgt und soll jetzt weitergehen. Mit einer Großdemo am Samstag (06.07.) auf dem Prinzipalmarkt vor der Lambertikirche eine Demonstration geben. Nach einer Auftaktkundgebung um 12.05 Uhr zieht ein Protestzug zum Bischofshaus, dort werden weitere Reden gehalten - und schließlich geht es zurück zur Lambertikirche.

Rückblick

Anfang des Jahres 2019 hatten die Initiatorinnen der Initiative Maria 2.0 alle Frauen zu einem Kirchenstreik aufgerufen. Der kfd-Diözesanverband Münster hatte diese Aktion unterstützt.

Während des einwöchigen Kirchenstreiks vom 11. bis 18. Mai 2019 haben mehrere tausend Frauen in ganz Deutschland keine Kirchen betreten und keine Dienste verrichtet. Sie haben den Streik aktiv gestaltet mit Gottesdiensten auf den Gemeindeplätzen und vor den Kirchentüren. Symbolisch haben die Frauen mit weißen Betttüchern ihre Trauer und ihr Mitgefühl ausgedrückt, aber auch die Hoffnung auf einen Neuanfang für die Katholische Kirche. Zu allen Aktionen waren immer auch Männer eingeladen.

Bei der Mahnwache am 12.05.2019 in Münster haben die "Maria 2.0"-Initiatorinnen und der kfd-Diözesanverband Münster e. V. gefordert:​

 

  • Eine radikale Erneuerung der Katholischen Kirche und den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern
  • Kein Amt für Missbrauchstäter und Vertuscher sowie die selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte und Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden
  • Die Aufhebung des Pflichtzölibats
  • Die Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen


Im Juni haben sich Initiatorinnen der Initiative "Maria 2.0" mit Münsters Bischof Felix Genn getroffen. Das Gespräch hat gezeigt, dass beide Seiten die gleiche Sorge haben: Nämlich, dass ein lebendiger und befreiender Glaube an die nächsten Generationen weitergegeben wird. "Das Vertrauen in die Kirche ist bei vielen Menschen stark erschüttert. Um jetzt Vertrauen zurückzugewinnen, müssten in der Kirche die Machtstrukturen verändert werden", hieß es nach dem Gespräch. Noch in diesem Jahr wollen sich beide Seiten noch ein mal an einen Tisch setzen.

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