Villa ten Hompel: Sonderausstellung "Einige waren Nachbarn"

Der Geschichtsort Villa ten Hompel (Kaiser-Wilhelm-Ring 28) zeigt vom 15. Juli bis zum 9. Oktober noch einmal die Ausstellung über den Holocaust, und zwar als "Gallery Walk" am Außenzaun.

© Villa ten Hompel

Im Januar und Februar dieses Jahres hat die Villa ten Hompel die Sonderausstellung "Einige waren Nachbarn – Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand" seines Kooperationspartners aus Washington D.C., dem Holocaust Memorial Museum, in Münsters Stadtmitte präsentiert. Die Resonanz auf diese wichtige Ausstellung, die das Verhalten ganz normaler Menschen im Holocaust in europäischer Perspektive thematisiert, war überwältigend. Mehr als 8.000 Besucherinnen und Besucher und fast 60 Schulklassen besuchten die Ausstellung.

In Zeiten, in denen Populismus, Rassismus und Antisemitismus unsere demokratische pluralistische Gesellschaft bedrohen, ruft die Villa ten Hompel dazu auf, das Erinnern an den Holocaust zu bewahren, historische Verantwortung zu übernehmen und persönliche ethische Konsequenzen und Haltungen daraus zu entwickeln.

Zur Ausstellung

Wie war der Holocaust möglich?

Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderen Führern der NSDAP ist unbestreitbar. Doch die Abhängigkeit dieser Täter von unzähligen anderen für die Durchführung der NS-Rassenpolitik ist weniger bekannt. Im NS-Deutschland und in dem von Deutschland dominierten Europa entwickelten sich überall, in Regierung und Gesellschaft, Formen von Zusammenarbeit und Mittäterschaft, wo immer die Opfer von Verfolgung und Massenmord auch lebten.

"Einige waren Nachbarn" untersucht fachübergreifend die Rolle der gewöhnlichen Menschen im Holocaust und die Vielzahl von Motiven und Spannungen, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Diese Einflüsse reflektieren Angst, Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Karriereangst, Ansehen in der Gemeinschaft, Gruppenzwang oder Chancen auf materiellen Gewinn.

Die Ausstellung zeigt aber auch Personen, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben und uns daran erinnern, dass es auch in extremen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

Anwohner sehen zu, wie österreichische Nazis die Juden zwingen, den Bürgersteig nach der deutschen Annexion Österreichs zu schrubben. Wien, März 1938© Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Anwohner sehen zu, wie österreichische Nazis die Juden zwingen, den Bürgersteig nach der deutschen Annexion Österreichs zu schrubben. Wien, März 1938
© Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Gruppen bis zu 15 Personen können Rundgänge buchen

Beim Rundgang stehen Handlungsräume der Menschen damals im Mittelpunkt. An ausgewählten Stationen werden Phänomene wie Täter- und Komplizenschaft, Wegschauen, Eigennutz, Hilfe oder Widerständigkeit vorgestellt und diskutiert.

Dauer: 60 Minuten; Kosten: 50 Euro

Tel. 0251 – 492 7101 oder als Anfrage per Email: tenhomp@stadt-muenster.de

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