Vier Kegelbrüder vor der Freilassung
Wann kommen vier Kegelbrüder aus Albachten endlich frei? Die Kaution von 12.000 Euro pro Kopf haben die Familien der jungen Männer längst überwiesen.
Veröffentlicht: Dienstag, 07.06.2022 19:00
Seit Tagen berichten lokale Medien vor Ort in Palma, dass die Freilassung von vier der zwölf auf Mallorca inhaftierten Kegelbrüder kurz bevorstehe. Das Problem ist wohl, dass die Summen wegen der Feiertage noch nicht auf dem Konto der spanischen Justiz gutgeschrieben sind. Denn sobald das Geld auf dem Konto ist, sollen sich die Gefängnistüren für die vier Urlauber aus Münster öffnen.
Sie kommen vorerst frei, weil ihre Hotelzimmer auf der vom Brandort abgewendeten Seite des Hotels liegen und sie damit wohl nicht direkt für den Brand verantwortlich sein sollen. Ein weiterer Kegelbruder war bereits am Donnerstagabend (02.06.) entlassen worden, weil er nachweisen konnte, dass er zum Zeitpunkt des Brandes in der Dusche war.
Familien bringen Mega-Kaution auf
Die Familien der Kegelbrüder in Münster und Umgebung haben nach einer Mitteilung des Anwaltes der Männer, Raban Funk, nun auch die 500.000 Euro für die Haftungskaution zusammengebracht. Das Geld soll in Kürze ebenfalls bei der spanischen Justiz hinterlegt werden. Das Gericht hat die Haftungskaution angeordnet. Die Familien der Kegelbrüder hinterlegen die hohe Summe, um im Falle einer Verurteilung den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. Die vorzeitige Zahlung könnte sich auch positiv auf den Ausgang eines möglichen Prozesses auswirken.
Den Kegelbrüdern wird weiter vorgeworfen, zum Zeitpunkt des Brandes einer Bar in Palma auf den Hotelbalkonen gewesen zu sein und dort gefeiert zu haben. Ein Zeuge will gesehen haben, wie sie Zigarettenkippen auf das Dach der Terrasse des Lokals "Why not Mallorca" warfen und Alkohol hinunterschütteten. Allerdings gibt es dazu widersprüchliche Zeugenaussagen.
Mallorca Zeitung: Höfliches Auftreten der Inhaftierten
Laut Mallorca Zeitung sind die noch Inhaftierten in zwei Gruppen in unterschiedlichen Gefängnistrakten untergebracht. Mitglieder des deutschen Konsulats auf Mallorca sowie der katholischen und evangelischen Gemeinde hätten sie am Samstag (05.06.) in der Untersuchungshaft besuchen dürfen. Sie berichten von jungen Männern (die Inhaftierten sind Mitte 20), deren vernünftiges, besonnenes und höfliches Auftreten so gar nicht mit dem Bild von Ballermann-Krawallbrüdern zusammenpasst. Mehrere von ihnen sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Albachten und Roxel. Einige sollen offenbar auch zum ersten Mal überhaupt im Ausland sein.
Aussageverweigerung aus Unsicherheit
Ihre gemeinsame Entscheidung, bei der ersten Haftvorführung am Tag nach der Festnahme nicht gegenüber dem Ermittlungsrichter auszusagen, sei ihrer Verunsicherung geschuldet gewesen, heißt es weiter. Man habe keinen Fehler begehen wollen und daher geschwiegen. Der Ermittlungsrichter hatte das möglicherweise als Schuldbewusstsein interpretiert.
Alle machen sich Mut
Die Entscheidung des Haftrichters, sie nicht freizulassen, sei ein Schock für die Inhaftierten gewesen. Der Zusammenhalt in der Gruppe sei aber sehr groß. Die meisten kennen sich aus der Kindheit und man baue sich gegenseitig auf. Auch die Gefängnisleitung teile diesen Eindruck.
Über den Stand der Dinge am Dienstagmorgen (07.06.) berichtet ANTENNE MÜNSTER-Reporter Michael Wessels im Gespräch mit Morgenmoderator Jonas Menke:

