Urteile im Missbrauchsprozess

Im Missbrauchsprozess gegen zwei Münsteraner und einen Mann aus Everswinkel hat das Landgericht am Montag (25.11.) die Urteile gesprochen. Der Hauptangeklagte aus Münster wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Landgericht Münster
© Landgericht Münster

Ein 38-Jähriger aus Münster ist am Montag (25.11.) wegen schweren Kindesmissbrauchs zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte gestanden, vier Jungen im Alter von elf bis 13 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die Kontakte zu den Opfern hatte er bei Fußball- und Hiphop-Freizeiten geknüpft. "Er wurde von den Kindern als Idol angesehen - diese Vertrauensstellung hat er ausgenutzt", sagte Richterin Cornelia Oen bei der Urteilsbegründung des Landgerichts Münster.

Ein weiterer Angeklagter ist zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte gestanden, einen der Jungen in der Wohnung des Sängers ebenfalls sexuell missbraucht zu haben. Ein dritter Angeklagter wurde freigesprochen.

Einige der Kinder hatten im Prozess als Zeugen aussagen müssen. "Für sie ist die Sache noch längst nicht abgeschlossen", sagte ihre Anwältin Julia Artmann-Eichler nach Prozessende. "Für sie sind die Taten nach wie vor stark belastend."

Die beiden verurteilten Täter hatten sich im Prozess bereit erklärt, insgesamt 45.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Eine Tatbeteiligung des dritten Angeklagten konnte nicht sicher festgestellt werden.

Wegen des Alters der Opfer hatten große Teile des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Aus Sicht der Richter sei zu befürchten gewesen, dass das schulische Umfeld von den sexuellen Übergriffen erfahren könnte. Durch die Vernehmung hinter verschlossenen Türen sollten negative Reaktionen von Mitschülern verhindert werden.

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