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Umstrittener Pfarrer soll nicht mehr predigen
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Umstrittener Pfarrer soll nicht mehr predigen

Bischof Felix Genn zieht Konsequenzen aus dem Eklat in der Heilig-Geist-Kirche am Sonntag (30.06.)

Veröffentlicht: Freitag, 05.07.2019 13:30

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Nach der Empörung von Gottesdienstbesuchern wegen einer Äußerung über Vergebung auch für Priester, die Missbrauch begangen haben, soll der umstrittene Pfarrer in Münster nicht mehr predigen. Bischof Felix Genn hat das dem 79-jährigen emeritierten Pfarrer mitgeteilt und er geht davon aus, dass dieser sich daran halten wird. Es handelt sich aber nicht um ein formales Predigtverbot. Denn der Wortlaut der Predigt ist dem Bistum selbst nicht wörtlich bekannt, es gab keinen Text. Ulrich Zurkuhlen hatte frei gesprochen.

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Ein Teil des Chores und rund 70 Gottesdienstteilnehmer hatten die Kirche Heilig Geist während der Predigt des 79-Jährigen über das Thema Missbrauch und Vergebung unter lautem Protest verlassen. Er sei mit seiner Stimme nicht gegen "den schreienden Mob" angekommen und habe seine Predigt abgebrochen, zitiert das Internetportal "Kirche + Leben" den in die Kritik geratenen Pfarrer.

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Pfarrer Zurkuhlen erklärt im dpa-Interview, wie seine umstrittenen Äußerungen gemeint waren:

Man kann theologisch gesehen auch Priestern vergeben, die sich an Minderjährigen vergangen haben. Mein Thema war Vergebung. Dabei habe ich auch sinngemäß die Bemerkung gemacht, dass es gut oder nötig wäre, dass Verantwortliche der Kirche allmählich den sogenannten Verbrechern ein Wort der Vergebung schenken sollten.

Ob er dabei das Wort Priester benutzt habe, wisse er nicht mehr. Er habe frei gesprochen.

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Zurkuhlen weiter:

Ich wollte es nicht bei dieser einen Bemerkung belassen, sondern weiter ausführen, aber es gab ein Geschrei in der Kirche. Ich konnte mich nicht einmal mit dem Mikrofon verständlich machen und habe abgebrochen.
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Eigentlich habe er sagen wollen: "Vergebung ist eine Grundaussage der Christen." Und: "Vergebung gilt auch für jeden, der schuldig geworden ist." Eine strafrechtliche Aufarbeitung der Fälle von Missbrauch Minderjähriger in der Kirche sei davon unabhängig, sagte Zurkuhlen der dpa. Er hätte gerne über das Thema diskutiert, wäre in einen Dialog gekommen, was ihm aber unmöglich gemacht worden sei. Dass ihm ein "Kollektiv von Leuten entgegenschreit", habe er in 54 Priesterjahren zuvor nie erlebt.

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Offenes Gemeindegespräch

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Stefan Rau, leitender Pfarrer der zuständigen Pfarrei St. Joseph widerspricht entschieden, dass man Priestern vergeben müsse, die Missbrauch begangen haben:

Kein Täter hat ein Recht auf Vergebung, es geht um die Opfer und deren Rechte.
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Am kommenden Montagabend (08.07., 19.30 Uhr im Gemeindetreff Heilig Geist) können Gemeindemitglieder ihrer Empörung in einem offenen Gespräch Luft machen.

Die Äußerungen Zurkuhlens müssen Folgen haben, das schulden wir auch den Opfern,

sagt Pfarrer Rau weiter.

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