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TV-Dreharbeiten in Corona-Zeiten

Die Dreharbeiten für Filme und Serien in Deutschland haben sich verändert - wegen Corona. Am Set sieht vieles anders aus, so trägt das Münster-"Tatort"-Team zum Beispiel Mund-Nasen-Masken. Mit welchen Kniffs die Branche überhaupt arbeitet - ein Überblick.

Veröffentlicht: Mittwoch, 24.06.2020 14:15

Mehr Abstand

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Die Kussszene ist wohl das beliebteste Beispiel, um das Dilemma für Drehbuchautoren, Produzenten und Fernsehsender in Deutschland zu beschreiben. Ein harmloser Kuss im Drehbuch wird in der Corona-Pandemie mit Abstandsregeln zum Problem. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Sendern und Produzenten ergab, dass viele Drehbücher verändert werden, damit Filmprojekte mit Vorsichtsregeln doch umgesetzt werden können.

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Die Bereichsleiterin Fiction bei der Mediengruppe RTL, Frauke Neeb, bringt die Situation auf den Punkt: "Gemeinsam mit den Produzenten, Autoren und Regisseuren prüfen wir im Prinzip Szene für Szene, wie das Format unter den besonderen Bedingungen bestmöglich umgesetzt werden kann, ohne dass es seinen erzählerischen Kern und seine Kraft verliert." Bestimmte Handlungen, Sequenzen oder Erzählstränge müssten aber auch ersetzt oder überarbeitet werden, wenn sie unter den gebotenen Vorschriften nicht vernünftig realisiert werden können.

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Der stellvertretende Vorsitzende der Produzentenallianz, Uli Aselmann, geht mit Blick auf die Set-Hygienestandards hiervon aus: "Intime Szenen, etwa eine Kussszene, ist durch den neuen Arbeitsschutzstandard dann möglich, wenn die betroffenen Personen vorab in Quarantäne gehen und regelmäßig getestet werden. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass solche Szenen in nächster Zeit deutlich weniger oft gedreht werden, als vor der Pandemie."

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