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Trübe Aussichten für Unternehmen
© IHK Nord Westfalen
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Trübe Aussichten für Unternehmen

Die Unternehmen im Münsterland schauen nicht mehr so positiv in die Zukunft, wie noch Anfang des Jahres. Das zeigt die neuste Konjunkturumfrage, die die IHK Nord Westfalen heute in Münster vorgestellt hat.

Veröffentlicht: Mittwoch, 02.10.2019 12:59

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Zwar sind die meisten Unternehmen noch zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, mehr als ein Viertel erwartet aber eine schlechte Geschäftsentwicklung. Gründe seien internationale Handelskonflikte, der Brexit, aber auch Herausforderungen wie die Energiewende oder eine im internationalen Vergleich hohe Steuerlast. Die IHK glaubt, dass sich die Konjunkturschwäche auch auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

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Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Geschäftslage und die Zukunftsaussichten der Unternehmen in einem Wert zum Ausdruck bringt, rutschte seit Jahresbeginn von 123 auf aktuell 109 Punkte ab. Er liegt damit so niedrig wie zuletzt 2012 und zehn Punkte unter dem langjährigen Mittelwert. Seinen Höchststand hatte der IHK-Konjunkturklimaindikator Anfang 2018 mit 135 Punkten. Über 90 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage immer noch als „befriedigend“ (49 Prozent) oder „gut“ (42). Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen berichtet, sie sei „schlecht“ (8,9 Prozent). Allerdings haben seit Anfang des Jahres weniger Unternehmen ihre Situation mit gut bewertet.

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Trübe Aussichten für Unternehmen
© IHK Nord Westfalen
Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen
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Besondere Sorgen macht der IHK die Industrie, wo der Anteil der Negativurteile mit 17,5 Prozent knapp doppelt so hoch ist wie im Durchschnitt. „Die Industrie droht in eine ausgeprägte Schwächephase zu geraten, die auch auf andere Wirtschaftsbereiche auszustrahlen droht“, beschreibt Jaeckel die Entwicklung und warnt vor „Ansteckungsgefahr“. Demgegenüber läuft die Bauwirtschaft weiterhin „auf hohen Touren“. Hier sagen 58 Prozent der Unternehmen, ihnen gehe es gut. 84 Prozent gehen zudem davon aus, dass dies auch in den nächsten sechs Monaten so bleibt. Ebenso bewerten Handels- und Dienstleistungsunternehmen zumindest die Lage überdurchschnittlich positiv. „Die tragenden Kräfte der Binnenkonjunktur zeigen sich aktuell noch halbwegs robust“, betont Jaeckel.

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Aus dem Auslandsgeschäft erwarten die Unternehmen hingegen kaum wirtschaftliche Impulse. Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen rechnet damit, dass die Exportgeschäfte demnächst wieder besser laufen (8 Prozent). Zu Jahresbeginn hat noch knapp jedes vierte Unternehmen dieser Meinung zugestimmt. Nun gehen umgekehrt 28 Prozent davon aus, dass der Außenhandel weiter nachlässt.

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Trübe Aussichten

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Mehr als ein Viertel der Unternehmen erwartet eine schlechtere Geschäftsentwicklung. Damit haben die Pessimisten fast zehn Prozentpunkte zugelegt, während der Anteil der Optimisten um fünf Punkte auf 15 Prozent fiel. Mit gleichbleibend guten Geschäften rechnet die große Mehrheit der Betriebe im Handel (68 Prozent) und im Baugewerbe (84 Prozent). „Für den Einzelhandel könnte demnach sogar ein weiteres Wachstumsjahr herauskommen“, wagt Jaeckel eine Prognose. Besonders ausgeprägt ist der Pessimismus hingegen unter den Industriebetrieben. Auch bei den Dienstleistern zeichnet sich ein Stimmungsumschwung ab, „was als weiteres Warnsignal interpretiert werden kann“, betont Jaeckel.

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Die Verunsicherung der Unternehmen lässt sich an ihrer Investitionsbereitschaft ablesen, die buchstäblich auf den Nullpunkt gesunken ist. Zwar will noch knapp jedes vierte Unternehmen die Investitionen aufstocken, jedoch schraubt auf der anderen Seite ein gleich hoher Anteil die Ausgaben herunter. Auch am Arbeitsmarkt, so glaubt die IHK, dürfte die Konjunkturschwäche nicht spurlos vorbeigehen: Erstmals seit fünf Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die die Beschäftigtenzahl erhöhen wollen, wieder niedriger als der Anteil derjenigen Betriebe, die mit einer geringeren Anzahl von Mitarbeitern planen.

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