
Tag des Baumes: Wie geht's Münsters Bäumen?
Zum heutigen (25.04) Tag des Baumes schauen wir, wie es trotz Trockenheit und Borkenkäfer um Münsters Bäume steht.
Veröffentlicht: Dienstag, 25.04.2023 04:30
Trockenheit trotz Regen
Obwohl es seit Wochen immer wieder regnet in Münster, herrscht in ca. zwei Meter Bodentiefe immer noch extreme Dürre. Vor allem für tiefwurzelnde Bäume wie Eiche und Buche ist das problematisch, da sie auf eine gute Wasserversorgung angewiesen sind. Die größten Probleme mit der Witterung haben im Raum Münster die Baumarten Buche, Fichte, Eiche, Birke und Esche. Diese aber auch viele andere Baumarten zeigen deutlich nach außen an, dass sie mit veränderten Bedingungen zu kämpfen haben.
Klimawandel als Herausforderung
Der Klimawandel wirkt sich stark auf Bäume und Vegetation aus. Er führt zunehmend zu einer Verschiebung der Niederschläge ins Winterhalbjahr aus der Vegetationsperiode heraus. Außerdem nehmen Temperatur- und Niederschlagsextreme zu, bedeutet teilweise starke Hitze im Sommer, bei der es auch bei Bäumen, insbesondere mit dünnen Rinden, zu Sonnenbrand kommen kann. Im Herbst und Frühjahr kommt es hingegen öfter zu Starkregen. Gerade langlebige Bäume können sich nicht so schnell an die sich schneller verändernden Umweltbedingungen anpassen. Dies wirkt sich, teilweise um Jahre versetzt, auch auf Münsters Bäume und Wälder aus.
Schädlinge nehmen zu
Schlechte Klimabedingungen für den Baum selbst bedeuten leider teilweise bessere Bedingungen für Schädlinge. Der Borkenkäfer profitiert vom Klimawandel indem er sich besser vermehren kann. Starker Borkenkäferbefall kann zu verstärkten Baumsterben führen. Die Fichte ist aufgrund des Käfers und zunehmender Schäden durch starke Stürme weitgehend aus dem Gebiet Münster verschwunden.
Bäume und Wald unterstützen
Angesichts der derzeitigen Waldschäden und der langfristigen Herausforderungen durch den Klimawandel muss die Waldbewirtschaftung angepasst werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Rahmen seiner Klimaanpassungsstrategie für den Wald verschiedene Instrumente für die Waldbewirtschaftung im Klimawandel zur Verfügung gestellt. Dies sind insbesondere das Waldbaukonzept, das Wiederbewaldungskonzept und das Internetportal Waldinfo.NRW.
Kern der Empfehlungen sind standortgerechte und strukturierte Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten. Für die praktische Umsetzung der Instrumente bietet die Landesforstverwaltung Beratung und Schulungen an. Für viele Maßnahmen der Waldbewirtschaftung bestehen finanzielle Fördermöglichkeiten, sagt uns Jörn Stanke, Leiter des Forstbetriebsbezirkes Münster. Zusätzlich ist das umweltbewusste Verhalten jedes Einzelnen und jeder Einzelnen wichtig, um unsere Bäume zu unterstützen.