
Suche nach heißem Wasser
Die Stadtwerke Münster haben Münsters Untergrund erfolgreich vermessen. Das Unternehmen hat heute (12.02.) Bilanz gezogen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.02.2025 14:53
Als vollen Erfolg werten Stadtwerke Chef Sebastian Jurczyk und Münsters Nachhaltigkeitsdezernent Arno Minas die europaweit wohl größte Erdwärme-Messaktion mit den Rüttelfahrzeugen, den Vibrotrucks.
Auf einem 350 Quadratkilometer großen Messgebiet bis über die Stadtgrenzen hinaus wurden Ende des letzten Jahres insgesamt 36.000 sogenannte Geophone verteilt. Die haben die Echos der Schallwellen aufgenommen, die Vibrotrucks in 39 Nächten bis zu sechs Kilometer tief in Münsters Erde geschickt haben.
Eine Datenmasse von mehr als 500 Terrabyte wird jetzt bis Ende des Jahres zu einem dreidimensionalen Modell von Münsters Untergrund aufbereitet.
Der Bohrer soll kommen
Mit dem Modell wollen die Stadtwerke dann die Standorte für Tiefenbohrungen nach heißem Wasser bestimmen. Bohrungen sind ab 2026 geplant. Wenn heißes Wasser gefunden wird, soll langfristig die Hälfte der Fernwärmeversorgung in Münster mit klimaneutraler grüner Wärme gedeckt werden.
Stadtwerke und Land NRW teilen sich die Kosten
Knapp 11 Millionen Euro hat die Vibrotruck-Messung gekostet. Die Kosten teilen sich die Stadtwerke und das Land NRW. Die Tiefenbohrungen auf der Suche nach neißen Quellen kosten dann nochmal 10.Millionen Euro
Kaum Schäden durch Vibrotrucks
Die von einigen befürchteten großen Schäden bei der Messaktion sind nicht eingetreten. 135 Schadensmeldungen bezogen sich auf Gebäude. Meist ging es nur um kleine Risse im Putz. Bei 144 Meldungen ging es um Flurschäden und Verschmutzungen.
Wegen der feuchten Witterung hatten die Stadtwerke an weniger Stellen als zunächst geplant gemessen. Landwirtschaftliche Flächen wurden von den Vibrotrucks daher kaum befahren. Von den 36.000 Geophonen sind 518 verschwunden oder beschädigt worden. Einige landeten in der Werse oder im Kanal oder wurden Opfer des Rasenmähers.




