
Stress durch "Hosentaschenanrufe"
Die Leitstelle der Feuerwehr Münster registriert viele Fehlanrufe. Ein Update für Android-Smartphones bereitet Probleme.
Veröffentlicht: Dienstag, 20.06.2023 04:30
In der Leitstelle der Feuerwehr Münster häufen sich aktuell Fehlanrufe an die Notrufnummer 112 aus den Mobilfunknetzen. Bei diesen sogenannte "Hosentaschenanrufen" steckt das Smartphone still in Jacken- oder Hosentaschen. Zum Beispiel durch eine Bewegung wird dann unbeabsichtigt eine Taste an der Seite des Handys mehrmals gedrückt und das Gerät telefoniert los - ohne, dass man es ahnt.
"Hosentaschenanrufe" sorgen für Stress
Der oder die Betroffene bemerkt den Anruf dabei regelmäßig nicht. Erreicht ein solches Telefonat die Leitstelle, ist von den Disponenten höchste Konzentration gefordert. Sie müssen sorgfältig aus den Geräuschen heraushören, ob es sich um einen unbeabsichtigten Anruf handelt oder ob tatsächlich eine Notsituation vorliegt. Erst wenn sicher ist, dass es sich nicht um einen Notfall handelt, wird das Gespräch unterbrochen.
Android-Update ist offenbar Ursache
Dieses Update sollte es Nutzer:innen unter anderem erleichtern, einen Notruf auszulösen. Diese eigentlich gut gemeinte Funktion sorgt allerdings dafür, dass Notrufe versehentlich ausgelöst werden. Und das führt dazu, dass Notrufleitungen blockiert werden. Je nach Handyhersteller werden diese Updates direkt oder erst nach einiger Zeit ausgespielt. Das Problem ist bereits bundesweit an Leitstellen aufgetaucht und bereits an die jeweiligen Hersteller herangetragen worden.
Hilfe in Sicht
Die Hersteller haben erneut ein Update bereitgestellt, das die Fehlanruf-Problematik beheben soll. Bis das Update auf allen Endgeräten installiert worden ist, kann es allerdings einige Zeit dauern. Es hilft also, die Softwareversion des Handys stets auf aktuellem Stand zu halten und betreffende Android-Updates zu installieren. Über die Einstellungsoptionen der Geräte lassen sich Tastenkombinationen aber auch selbst sicherer anpassen. Übrigens: Bei der Polizei Münster ist das Problem offenbar nicht ganz so gravierend, heißt es auf Nachfrage.