
Stadtwerke suchen am Hafen nach Erdwärme
Die Stadtwerke Münster prüfen einen Standort am Hafen, um Erdwärme zu gewinnen. Das ist das erste Ergebnis der Suche mit den Vibrotrucks in unserer Stadt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.04.2026 15:47
Am Mittelhafen soll es deshalb eine Tiefenbohrung nach heißem Wasser geben. Ende 2024 hatten sich die Stadtwerke mit großen Rüttelfahrzeugen, den Vibrotrucks, auf die Suche nach Erdwärme in Münster gemacht. Eine Datenmenge von 500 Terrabyte - das entspricht etwa 125 Millionen Smartphone-Bildern - hat jetzt ein dreidimensionales Bild der Gesteinsschichten unter unserer Stadt geliefert.
Vielversprechende Kalksteinschichten
Besonders interessant sind Kalksteinschichten in 900 und in fast 7.000 Metern Tiefe. Die Gesteinsschichten zeigen gute geologische Voraussetzungen für Tiefengeothermie. Ob und wie viel heißes Wasser in der Tiefe vorzufinden ist, zeigt das Untergrundbild jedoch nicht - es stellt vor allem die Lage und den Verlauf der Schichten dar.
Tiefenbohrung am Hafen
Es müssen aber auch ausreichend Fläche für einen Bohrplatz und ein späteres Heizwerk in der Nähe des städtischen Fernwärmenetzes vorhanden sein. Deshalb prüfen die Stadtwerke jetzt eine Bohrung auf einem Stadtwerkegrundstück am Hafen. Das soll 2028 passieren. Vorab sind umfangreiche Planungen zu erstellen, Fördermittel einzuwerben und ein aufwendiges Genehmigungsverfahren bei der Bergbehörde Arnsberg zu durchlaufen.
Wenn heißes Wasser gefunden wird, dann dauert es aber noch bis mindestens 2030, bis Münsters Fernwärmeversorgung zur Hälfte über Tiefengeothermie sichergestellt werden könnte.