
SPD bleibt in Hamburg die stärkste Kraft
Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg ist die vorläufige Auszählung der Ergebnisse abgeschlossen: Die SPD bleibt weiterhin die stärkste Kraft in Hamburg. Politikwissenschaftler Klaus Schubert von der Uni Münster ordnet die Ergebnisse ein.
Veröffentlicht: Montag, 24.02.2020 05:30
SPD und Grüne haben in Hamburg einen klaren Wahlsieg eingefahren. Bei der Bürgerschaftswahl landete die SPD von Bürgermeister Peter Tschentscher weit vor dem grünen Regierungspartner - sie erreichten fast 40% der Stimmen. Trotz Verlusten setzte sie sich damit vom jahrelangen Negativtrend der Partei im Bund ab. Für Politikwissenschaftler Klaus Schubert ist das erstaunlich. "Vielleicht ist das ein Rezept der SPD, sich von unten nach oben zu erneuern und sich neu zu positionieren", meint er.
FDP muss weiter zittern
Bei der FDP muss weiter gezittert werden - besonders auch, weil sich das Ergebnis der Liberalen nach einer Auszählungspanne im Wahlbezirk Hamburg-Langenhorn noch einmal ändern könnte. Denn hier scheinen die Ergebnisse der FDP mit denen der Grünen vertauscht worden zu sein. Noch liegen die Liberalen bei genau 5%. Für Schubert haben die Verluste der Liberalen etwas mit dem Wirbel in Thüringen zu tun. Die Ereignisse dort hätten ihren "sicheren Einzug auf jeden Fall vermasselt", wie er sagt. Die Linke wiederum bleibt stabil und schafft den Einzug mit etwas mehr als 9% der Stimmen.
CDU hat schlechtestes Ergebnis seit 70 Jahren - AfD kann nicht punkten
Die CDU rutschte auf ihr bundesweit schlechtestes Landtagswahlergebnis seit knapp 70 Jahren. Die AfD kann in Hamburg nicht punkten, bleibt wohl ganz knapp in der Bürgerschaft. Politikwissenschaftler Klaus Schubert von der Uni Münster stimmt das hoffnungsvoll: "Für mich ist es wichtig, zu sehen, dass der AfD Grenzen gesetzt sind." Die Siegeswelle, die die AfD in alle Landtage gebracht habe, verebbe langsam. "Und das ist doch ein positives Zeichen", so der Politikwissenschaftler.
Ein vorläufiges amtliches Endergebnis wird erst für Montagabend (24.02.) erwartet.