
Spatenstich für Großforschungsanlage "Forschungsfertigung Batteriezelle"
Im Juni 2019 bekam Münster den Zuschlag für die Anlage - nun wird das 680 Millionen Euro schwere Projekt im Hansa-Business-Park in Amelsbüren endlich gebaut.
Veröffentlicht: Dienstag, 05.04.2022 09:39
Mit einem symbolischen Spatenstich startet der erste Bauabschnitt des Zukunftsprojekts. Die Forschungsfertigung des Fraunhofer-Instituts gilt als Wegbereiter: Mit ihr soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem Materialien, Zellkonzepte, Produktionsprozesse und zugehörige Maschinen entwickelt, getestet und optimiert werden. Auf diese Weise soll der nachhaltige Einstieg Deutschlands in eine eigene Produktion großer Batteriezellen, zum Beispiel für E-Autos, in Serie geebnet werden.
Während der Bund das Forschungsprojekt mit bis zu 500 Millionen Euro fördert, investiert das Land Nordrhein-Westfalen als Bauherr bis zu 180 Millionen Euro. Die zukünftige Anlage erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 55.000 Quadratmetern. Dessen Bau dauert zwar voraussichtlich bis 2025, aber bereits Ende des Jahres sollen die ersten Mitarbeiter:innen einziehen können, um vor Ort besser forschen zu können. Beim Spatenstich waren unter anderem die Minister:innen Isabel Pfeiffer-Poensgen und Andreas Pinkwart, Päsident der Fraunhofer-Gesellschaft Reimund Neugebauer, Rektor der WWU Johannes Wessels und Oberbürgermeister Markus Lewe vor Ort.
Umstrittenes Verfahren
NRW mit Münster als Standort hatte sich 2019 gegen fünf andere Standorte durchgesetzt. Für Münster sprach das bereits etablierte meet-Batterieforschungszentrum der Uni Münster und ein Recyclingkonzept für die zukünftige Anlage. Die Mitbewerber, darunter Baden-Württemberg und Bayern, kritisierten die Vergabe als intransparent und bemängelten, dass Münster keinerlei Nähe zur Autoindustrie habe. Außerdem warfen die Mitbewerber der damaligen Ministerin Anja Karliczek vor, dass die Nähe Münsters zu ihrem Wahlbezirk Ibbenbüren ausschlaggebend für ihre Entscheidung gewesen sein könnte.
