Sondersitzung des Landtags zum Missbrauchsfall von Münster

Trotz Sommerpause gibt es heute (Di., 30.6.) eine Sondersitzung im Landtag zum Missbrauchsfall von Münster. SPD und Grüne haben das gemeinsame Treffen der Ausschüsse für Inneres, Justiz und Familie beantragt, weil es noch immer offene Fragen gebe.

© © Alle Rechte beim Landtag NRW

Trotz Sommerpause sind die Ausschussmitglieder um 9 Uhr zusammen gekomen. Es geht unter anderem um die früheren Ermittlungen gegen den Hauptverdächtigen aus Münster, die Arbeit der Staatsanwaltschaft und des Jugendamts. Der 27-jährige Hauptverdächtige war wegen des Besitzes von Kinderpornografie zweifach vorbestraft. Er wird des 15-fachen schweren Missbrauchs von Kindern beschuldigt. Unter den Opfern ist auch der zehnjährige Sohn seiner Lebensgefährtin. Bislang sitzen in dem Fall sieben Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Weitere Ermittlungen und Durchsuchungen

Der Missbrauchs-Sumpf in NRW wird wohl noch tiefer. Ministerpräsident Armin Laschet rechnet damit, dass immer wieder neue Fälle von Kindesmissbrauch auftauchen werden, und zwar "weil in Nordrhein-Westfalen genau hingeschaut wird". Es könne daher sein, dass hier Fälle auftauchten, die woanders "noch im Dunkelfeld sind", so Laschet im Landtag.

Die aktuellen Durchsuchungen heute früh zeigten Laschet zufolge, dass die Ermittlungen in NRW bundesweite Kreise ziehen. Heute sind 180 Beamte zu Durchsuchungen in vier Bundesländern ausgerückt: NRW, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein. Dabei sind drei weitere Verdächtige dem Haftrichter vorgeführt und drei weitere identifiziert worden.

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