
Seltener Fund: Archäologen zeigen 2000 Jahre alten Legionärs-Dolch
In Haltern am See haben LWL-Archäologen die Waffe eines Legionärs aus der Zeit von Kaiser Augustus vor rund 2000 Jahren entdeckt. Die restaurierten Stücke stellten die Experten am Freitag (14.02.) in Münster vor.
Veröffentlicht: Freitag, 14.02.2020 15:50
In einem Gräberfeld in Haltern haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einen äußerst seltenen Fund gemacht: Die Experten entdeckten im Frühjahr 2019 den kunstvoll verzierten Dolch eines Legionärs und den passenden Waffengürtel aus der Zeit von Kaiser Augustus vor rund 2000 Jahren.
"Der Dolch aus Haltern zählt den bedeutendsten Funden seiner Gattung in Europa", sagte LWL-Chefarchäologe Michael Maria Rind. Das besondere sei die Kombination aus vollständig erhaltener Klinge, Scheide und Wehrgürtel.
Die Bewohner des römischen Militärlagers bestatteten ihre Toten in Urnengräbern - eigentlich ohne Grabbeilagen. "Ein zufälliger Verlust der kostbaren Waffe samt Gürtel an dieser Stelle scheint unwahrscheinlich", sagte LWL-Römerexpertin Bettina Tremmel bei der Präsentation.
Die Fundstücke sollen ab März 2022 im LWL-Römermuseum in Haltern zu sehen sein. Bis dahin werden sie eingehend von den Experten untersucht und Teil von verschiedenen Forschungsprojekten sein.