
SCP steigt in 3. Liga auf
Der SCP ist vorzeitig Meister der Fußball-Regionalliga und steigt in die 3. Liga auf. Damit steht für die Adlerträger nun auch die Kaderplanung für die nächste Saison an.
Veröffentlicht: Sonntag, 23.04.2023 08:00
Der Kern der Meistermannschaft aus diesem Jahr wird wohl auch im nächsten Jahr wieder für die Preußen auf dem Platz stehen. 15 aktuelle Spieler haben auch in der kommenden Saison noch einen Vertrag in Münster, unter anderem Tom Müller und Simon Scherder. Bei anderen Leistungsträgern ist die Zukunft noch unklar: Mit Torjäger Gerrit Wegkamp und Dennis Grote zum Beispiel stehen noch Gespräche an. Die taktische Ausrichtung der Preußen hingegen wird wohl auch in der Dritten Liga ähnlich bleiben: Meistertrainer und Chefcoach Sascha Hildmann wird in Münster auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen. Mit dem Aufstieg hat sich sein Vertrag automatisch verlängert.
Hoffnung auf spannende Derbys
Dritte Liga - das heißt zum Einen: Auf die Mannschaft und die Fans der Preußen warten längere Fahrten zu den Auswärtsspielen. Das heißt zum Anderen aber auch: Die prestigeträchtigen Duelle direkt in der Region rücken wieder in greifbare Nähe. Wenn die Rivalen aus Osnabrück und Bielefeld ihre Saisons nicht erfolgreich zu Ende spielen, stehen in der dritten Liga zwei Derbys mit ordentlich Brisanz an. Interessant bleibt zu beobachten, wie die Preußen ihre Mannschaft für die neue Liga verstärken: Unter anderem durch höhere Fernseheinnahmen steht den Preußen mehr Geld zur Verfügung als in den vergangenen Jahren. Aber auch die Kosten werden steigen.
Der Moment des Aufstiegs - ein Augenblick für die Ewigkeit
Das Spiel ist aus - und tausende Preußen-Fans stürmten am Samstagnachmittag den Platz im Stadion an der Hammerstraße. Nach dem 2:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf II ist den Preußen die Meisterschaft in der Regionalliga-West nicht mehr zu nehmen. Fans und Mannschaft feierte nach Abpfiff im Stadion und später auch noch vielerorts in der Innenstadt.
Die Geschehnisse im Preußenstadion
Schon vor dem Spiel zeigten die 12.700 Preußen-Fans im Stadion, dass sie das Zeug für den Aufstieg haben. Ein ausverkauftes Stadion, eine Hammer-Stimmung schon vor dem Anpfiff.
In der ersten Halbzeit war das Fußballspiel kein sportlicher Leckerbissen, Münster kam nicht so recht ins Spiel, verlor immer wieder schnell den Ball und Düsseldorf hatte sogar mehr Zug zum Tor. So kam das 1:0 durch Simon Scherder, der einen Sahne-Tag erwischte, in der 41. Minute etwas aus dem Nichts.
In Halbzeit 2 kam Münster deutlich verbessert aus der Kabine. In der 66. Minute machte Deniz Bindemann dann das 2:0 und sorgte für die Vorentscheidung. Kurz vor Schluss flog noch der Düsseldorfer Ephraim Kalonji nach einer Tätlichkeit vom Platz (86. Minute).
Kurz darauf (88. Minute) zog die Preußen-Ersatzbank schon die grünen Aufstiegsshirts über, hinter der Anzeige-Wand gratulierten Sponsoren mit Spruchbändern zum Aufstieg und erste Fans kletterten über die Zäune. Kurz darauf war Schluss, der Schiedsrichter ließ nicht nachspielen und die Fans stürmten den Rasen.
Platzsturm & Freibier
Danach gab es kein Halten mehr: Tausende Fans feierten auf dem Rasen, einige sicherten sich ein Stück von den Tornetzen, die Eckfahnen waren verschwunden. Einige schnitten sich ein Stück Rasen aus. Die Spieler feierten gemeinsam mit den Fans, erst von der Tribüne aus, dann auf dem Rasen für 'Selfies' und die ein oder andere Bierdusche. Preußen Münster spendierte zudem 1.000 Liter Freibier an die Fans. Später zogen Tausende Fans vom Stadion aus in einem großen Fan-Marsch über die Hammer Straße zurück in die Innenstadt.
Parties in der Nacht auf Sonntag in ganz Münster
Feuerwerk im Südviertel, Fan-Parties in der Innenstadt und das Preußen-Team mit der Sause im "Früh bis Spät" am 'Alten Steinweg': Münster hat am Abend und in der Nacht ausgiebig den Aufstieg des SC Preußen Münster in die 3. Fußball-Liga gefeiert. BILD-Fußballexperte Joachim Schuth aus Handorf berichtet im ANTENNE MÜNSTER-Interview, dass das Aufsteigerteam bis in die frühen Morgenstunden feierte.
Polizei: Feiern verliefen friedlich
Die Polizei zieht auf ANTENNE MÜNSTER-Nachfrage eine positive Bilanz: Die Feiern der Fans verliefen überwiegend friedlich, nur ein paar wenige Anzeigen gab es, vor allem wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Ein Mensch wurde bei einem Streit verletzt, ein 11-Jähriger beim Fan-Marsch durch Pyrotechnik. Der Junge kam kurzzeitig ins Krankenhaus, konnte das Spiel aber danach im Stadion mitverfolgen.
Die erwarteten Verkehrsprobleme aufgrund der Fan-Feiern hielten sich in Grenzen. Am Ludgeriplatz war wenig los und auch auf der Hammer Straße kam es - bis auf während der Fan-Märsche - nicht zu langwierigen Sperren oder längeren Staus.
Endlich: Rückkehr in die 3. Liga
Beinahe ein Jahrzehnt lang hatte Münster vor dem Abstieg 2020 zu den langjährigen Drittliga-Clubs gehört. Nach drei Saisons in der Regionalliga hat Münster am vergangenen Samstag den Sprung zurück geschafft. Preußen-Trainer Sascha Hildmann hatte Ende 2019 den Trainer-Job übernommen, als Preußen Münster noch ein Drittliga-Verein war, den Abstieg konnte er allerdings nicht mehr verhindern. In der ersten Regionalliga-Saison (2020/2021) wurde er mit seinem Team Dritter, vergangene Saison (2021/2022) nur knapp Zweiter, in dieser Saison nun der Aufstieg. Nach 1989 (Aufstieg in die 2. Liga) und 2011 (Aufstieg in die 3. Liga) ist es der dritte Preußen-Aufstieg in den vergangenen 60 Jahren.













