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Schlechter Start für Digitalen Impfpass
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Schlechter Start für Digitalen Impfpass

Etliche Apotheken in Münster haben ihre Kund:innen wieder nach Hause schicken müssen.

Veröffentlicht: Montag, 14.06.2021 13:00

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Das Ausstellen des digitalen Impfnachweises bereitet offenbar mehr Probleme als erwartet. Etliche Apotheken in Münster haben die Kund:innen wieder nach Hause schicken müssen. Sie konnten ihre Impfpässe da lassen und sollen sie später - zusammen mit dem QR-Code - wieder abholen. Das Portal, über das die Apotheken zur Erstellung der Impfzertifikate die Daten an das Robert-Koch-Institut melden, war zum Start heute früh überlastet, ebenso die Seite www.mein-apothekenmanager.de, auf der man die Apotheken finden kann, die digitale Impfnachweise erstellen.

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Der Deutsche Apothekerverband (DAV) berichtet dennoch, das Ausstellen von digitalen Corona-Impfnachweisen in Apotheken sei in Nordrhein-Westfalen gut angelaufen. Etwa jede vierte Apotheke im Land habe am ersten Tag (Montag, 14.06.) bereits diesen Service angeboten. Annähernd 1.500 von insgesamt fast 1.800 Apotheken in Westfalen-Lippe sind mittlerweile auf dem Portal des Deutschen Apothekerverbandes registriert. Die meisten von ihnen stehen bereit, Impfnachweise auszustellen. Weitere Apotheken melden sich laufend an. Bundesweit sind es schon mehr als 13.000 Apotheken.

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Wer in einem Impfzentrum geimpft wurde, muss nach Angaben des NRW-Gesundheitsministerium für den Erhalt eines digitalen Impfnachweises nichts weiter unternehmen. Die Bürger bekämen einen QR-Code automatisch bis Ende Juni per Post zugeschickt. Mit Hilfe einer App könne dieser dann eingelesen und auf dem Smartphone gespeichert werden. In den Impfzentren würden diese Codes künftig für alle neu durchgeführten Impfungen vor Ort ausgegeben. 

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Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bittet um Geduld: "All diejenigen, die ihre Impftermine im Impfzentrum hatten, sollten nun nicht sofort die nächste Apotheke oder Praxis aufsuchen oder die Hotlines der Kassenärztlichen Vereinigungen anrufen, um den QR-Code zu erhalten. Das ist nicht nötig."

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Die Apotheken wollen nach Angaben des Verbandssprechers aber niemanden abweisen, der in einem Impfzentrum geimpft wurde. "Wir stellen fest, dass die Bürger:innen sofort ihren Impfpass digitalisiert bekommen möchten", sagt er. "Die allermeisten werden nicht abwarten wollen, bis ein Brief vom Impfzentrum kommt."

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In Münster sind nach aktuellen Angaben der Stadt inzwischen 114.400 Bürger:innen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 192.600 sind mindestens einmal geimpft.

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Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App dazu soll

als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

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