Rote Fahrradstraßen: ADFC kritisiert Vorgehen der Stadt

Die Stadt Münster hat in den vergangenen Wochen damit begonnen, Fahrradstraßen wie die Hittorfstraße oder die Goldstraße rot einzufärben. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub kritisiert, dass die Stadt die Anlieger nicht ausreicheichend über die Aktion aufgeklärt habe.

© Stadt Münster

Das Thema hatte in den vergangenen Tagen bereits für viel Diskussion gesorgt: der Umbau einiger Straßen in Münster zu Fahrradstraßen. Jetzt meldet sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, ADFC, zu Wort. Grundsätzlich begrüßt der Verband diese Aktion, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Sie sorge dafür, dass Autofahrer durchgängig an die Bevorzugung von Fahrrädern auf Fahrradstraßen erinnert werden. Oft würden Radfahrer durch das offene Fenster aus dem Auto heraus angeschrien oder mit dem Auto bedrängt, weil sie von ihrem Recht Gebrauch machen und z. B. nebeneinander fahren.

Fehlende Aufklärung

Hier sind laut ADFC aufklärende Kampagnen gefragt. Doch die seien von der Stadt zu kurz gekommen. Die Verwaltung habe bei Anliegern der Straßen nur mit einer Postkartenaktion für die Aktion geworben. Das hätte zusätzlich Wochen vorher auch mit Aufklärungsbannern quer über die Straße erfolgen müssen, so der ADFC.

Den Anfang machten die Annette-Allee und die Hittorfstraße. Deren Fahrbahnen erhielten jeweils per Roll-Plastik-Verfahren eine rote Farbe. Weiter geht es voraussichtlich am 8. August mit der Straße Kirschgarten und der Dingstiege. Die Fahrradstraßen sollen für mehr Sicherheit und mehr Platz für Fahrradfahrer sorgen.

Kritik von verschiedenen Seiten

Allerdings fühlen sich Anwohner wie zuletzt an der Hittorfstraße überrumpelt. 35 Parkplätze fallen durch den Umbau weg. Das Thema entwickelt sich außerdem zum politischen Streitthema: Münsters Grüne verteidigen die Maßnahmen. Rotfärbung und die vorgeschriebene Mindestbreite seien richtig, sagte Grünen-Ratsherr Carsten Peters. Aber: das ganze muss natürlich besser kommuniziert werden. Den Anwohnern zu Beginn der Ferien eine Postkarte zu schicken, sei natürlich zu wenig. Für die SPD Münster ist es von Anfang der falsche Weg gewesen. Es sei besser, das Geld in den Ausbau und die Sicherheit der vorhandenen Radwege und in Fahrradparkplätze zu investieren, sagt SPD-Oberbürgermeisterkandidat Michael Jung.

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