
Rosenmontag mit Zonen für Familien
Während des Rosenmontagszugs heute gibt es an der Engelenschanze eine familienfreundliche Zone und am Alten Steinweg einen glasfreien Bereich.
Veröffentlicht: Montag, 12.02.2024 03:38
Sabine Trockel und Brigitte Klute (v.l.n.r.) vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familie stehen mit Lothar Hitziger und Udo Seegers vom Bürgerausschuss Münsterscher Karneval an der Engelenschanze, wo am Rosenmontag eine familienfreundliche Zone eingerichtet wird.
Die Stadt Münster richtet beim diesjährigen Rosenmontagszug heute (12. Februar) zwei Bereiche ein, in denen besondere Regeln gelten werden. So bietet das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien wieder eine familienfreundliche Zone an der Engelenschanze an, am Alten Steinweg wird es einen glasfreien Bereich geben.
Die auf Initiative der städtischen Präventionskampagne "Voll ist out" eingerichtete familienfreundliche Zone befindet sich zwischen der Bushaltestelle Engelenschanze und der Abzweigung zur Schorlemerstraße. Plakate und Banner werden den dampf-, rauch- und alkoholfreien Abschnitt der Zugstrecke deutlich kennzeichnen. In dem Bereich gibt es zudem Toilettenhäuschen sowie Bänke, die unter Umständen als Wickeltisch zweckentfremdet werden können. Der familienfreundliche Bereich ist auch auf dem Zugplan eingezeichnet.
"Voll ist out"-Teams im Einsatz
Die "Voll ist out"-Teams sind heute zudem auch an anderen Stellen in der Stadt präsent. Das "Voll ist out"-Zelt steht wie gewohnt im Rathausinnenhof neben dem Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Hier kümmern sich DRK- und "Voll ist out"-Helferinnen und Helfer um alkoholische Notfälle und besorgte Angehörige. Zudem mischen sich die mobilen "Voll ist out"-Teams unter die feiernden Närrinnen und Narren und sensibilisieren für maßvollen Alkoholkonsum.
Jugendlichen unter 16 Jahren ist der Erwerb und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten, bei hochprozentigen Getränken liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Gewerbetreibende und Kioske haben ein entsprechendes Verkaufsverbot zu beachten. Der Kommunale Ordnungsdienst führt Jugendschutzkontrollen durch, dokumentiert Verstöße und informiert die Erziehungsberechtigen.
Verletzungsgefahr durch Glasscherben
Ein Nebeneffekt des erhöhten Alkoholkonsums ist der achtlose Umgang mit Abfällen, insbesondere mit Glasflaschen. Viele Flaschen werden entweder auf den Boden geworfen oder so abgestellt, dass sie durch die Feiernden - versehentlich oder absichtlich - weggetreten werden und zersplittern. Die Scherben können bei Stürzen oder wenn sie das Schuhwerk durchdringen zu Schnittverletzungen führen.
Glasfreie Zone am Rosenmontag
In den vergangenen Jahren ist es insbesondere am Alten Steinweg im Bereich der Straße Asche vermehrt zu Problemen mit übermäßigem Glasbruch gekommen. "Um diese Gefahr zu vermeiden, richten wir dort in Abstimmung mit dem Bürgerausschuss Münsterscher Karneval einen glasfreien Bereich ein", sagt Ordnungsamtsleiter Norbert Vechtel. "Das gemeinsame Ziel ist, dass alle sicher Karneval feiern können."
Das Mitführen von Glasbehältnissen ist am Rosenmontag im Bereich Asche/Alter Steinweg untersagt, der Konsum von alkoholischen Getränken ist hingegen weiterhin erlaubt. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) stellen vor Ort Container bereit, in denen Glasflaschen entsorgt werden können. Kontrolliert wird der Bereich durch Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes und eines Sicherheitsdienstes.
Awareness-Team im Einsatz
Erstmalig wird es auch ein Awareness-Team in Münsters Innenstadt geben. Es kümmert sich um alle Menschen, die sich während des Straßenkarnevals belästigt oder beleidigt fühlen, die Grenzverletzungen, Übergriffe oder Diskriminierung erfahren. Awareness ist das englische Wort für Bewusstsein. Es bedeutet Achtsamkeit im Umgang mit Betroffenen von Gewalt und das Bewusstsein, dass Übergriffe im alltäglichen Umfeld keine Einzelfälle sind.
Das Awareness-Team ist am Rosenmontag von 13 bis 21 Uhr erreichbar - vor Ort im Rathausinnenhof und unter der Mobilnummer 0175/2 52 91 25. Die Mitglieder des Awareness-Teams tragen pinke Westen. Das Nachtbürgermeister-Team bei Münster Marketing, das Amt für Gleichstellung und das Ordnungsamt haben das Pilotprojekt initiiert, um zu einem achtsamen Umgang im Karneval beizutragen.
Alle Helferinnen und Helfer des Awareness-Teams sind geschult auf ihrem Gebiet. "Für sie stehen die Betroffenen und ihre Erfahrungen im Fokus. Sie bieten Menschen, die sich an sie wenden, psychologische Unterstützung in Form von Gesprächen und einen betreuten Rückzugsort”, erklärt Nachtbürgermeisterin Lisa Marie Tubies. "Gerade jungen Menschen wird es wichtiger, eine sichere Anlaufstelle bei Grenzverletzungen zu haben”, ergänzt sie.

