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Rechte Chats: Ermittlungen gegen acht SEK-Beamte
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Rechte Chats: Ermittlungen gegen acht SEK-Beamte

Die Polizei in Münster hat Strafverfahren gegen acht Beamte der eigenen Spezialeinheiten eingeleitet. Sie sollen extreme Inhalte in einer Chatgruppe verbreitet haben.

Veröffentlicht: Freitag, 15.07.2022 10:00

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Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf hat am Vormittag die Öffentlichkeit über die aufgedeckten Chatverläufe der Jahr 2013 bis 2018 informiert. Demnach haben mindestens acht von 20 Polizeibeamten, die in der Chatgruppe waren, dort rechtsextreme, gewaltverherrlichende und sexistische Inhalte geteilt. Gegen diese acht Beamten - darunter sieben, die aktuell noch bei der Polizei in Münster beschäftigt sind - ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Gegen die übrigen zwölf Mitglieder der Chatgruppe - überwiegend aus Münster - wird weiter ermittelt. Alle 20 Beamten sind heute Morgen ins Polizeipräsidium bestellt und vom Dienst suspendiert worden. Die Männer sind zwischen 39 und 56 Jahre alt.

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Mehrere tausend Daten

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Der Polizei liegen die Chatverläufe auf insgesamt drei sichergestellten Handys vor. Es handelt sich laut Polizeipräsidentin um mehrere tausend Textnachrichten, Fotos und Videos. Geprüft wird aktuell, ob die Chatgruppe auch nach 2018 strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet hat. Diese neueren Chatverläufe befinden sich auf einem neuen Smartphone, das noch ausgewertet werden muss.

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Alter Fall zieht Kreise

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Die Ermittlungen resultieren aus einem Verfahren im November gegen einen 38-jährigen Beamten der Spezialeinheiten, der extreme Inhalte mit einem Bundeswehrangehörigen geteilt hatte. Die Polizei in Münster hat die Ermittlungen in diesem neuen Fall nun aus Neutralitätsgründen an das Polizeipräsidium Bielefeld abgegeben.

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Rechte Chats: Ermittlungen gegen acht SEK-Beamte
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ANTENNE MÜNSTER-Chefredakteur Stefan Nottmeier im Interview mit Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf.
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Polizeipräsidentin: "Das macht mich wütend"

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Die Polizeipräsidentin zeigte sich erschüttert von den bekanntgewordenen Vorfällen. "Das macht mich wütend", sagte sie. Sie versprach, "jeden Stein" umzudrehen und den Fall komplett aufzuklären. Vor zwei Jahren waren bei der Polizei in Mülheim/Ruhr mehrere Chatgruppen aufgeflogen, in denen unter anderem Hitler-Bilder oder hetzerische Inhalte geteilt worden waren. Damals waren aber keine SEK-Polizisten beteiligt.

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Über die Ermittlungen berichtet ANTENNE MÜNSTER-Nachmittagsmoderator Matthias Kamps:

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Matthias Kamps
Ermittlungen gegen SEK-Beamte
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