
Rassismus im Preußen-Stadion: Fans reagieren vorbildlich
Ein Zuschauer von der Haupttribüne beleidigte einen Würzburger Spieler rassistisch. Die Fans reagierten mit "Nazis raus!"-Rufen, der Verein distanzierte sich umgehend.
Veröffentlicht: Samstag, 15.02.2020 07:16
Keine Tore am Freitagabend im Preußenstadion. Der SCP trennt sich von den Würzburger Kickers 0:0 unentschieden. In der Schlussphase des Spiels gab es auf der Haupttribüne viel Aufregung. Ein Zuschauer pöbelte mit Affenlauten den Würzburger Spieler Leroy Kwadwo an und beleidigte ihn rassistisch.
Zuschauer reagieren mit "Nazis raus!"-Rufen
Der SC Preußen Münster hat noch am Abend eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht:
Kein Platz für Rassismus im Preußenstadion
In der Schlussphase der Drittligapartie gegen die Würzburger Kickers kam es auf der Haupttribüne des Preußenstadions am Freitagabend zu einer rassistischen Entgleisung eines einzelnen Zuschauers gegenüber dem Kickers-Spieler Leroy Kwadwo. So abstoßend die getätigten Affenlaute gegen den Spieler waren, so beeindruckend war die anschließende Reaktionen der übrigen Zuschauer, die nicht nur auf den Täter zeigten und ihn so für die Ordnungskräfte erkennbar machten, sondern mit unüberhörbaren Nazis-raus-Rufen die starke antirassistische Haltung der Preußenfans und der Münsteraner deutlich machten. Der Verdächtige wurde bereits gestellt und verhaftet.
"Das ist nichts, was auf den Fußballplatz und schon gar nicht in unser Stadion gehört. Solche Leute wollen und brauchen wir hier nicht. Wir distanzieren uns ganz klar von solchen Äußerungen und ich habe mich unmittelbar nach dem Spiel bei den Würzburgern entschuldigt", kommentiert Vereinspräsident Christoph Strässer die Situation.
Es gehört zu den Grundfesten des SC Preußen Münster und seiner Anhänger, sich klar und deutlich gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung - sei es wegen der Hautfarbe, der religösen Überzeugung, des Geschlechtes oder sonstiger Orientierung - zu stellen. Davon wird der Verein auch in Zukunft keinen Millimeter abrücken. Wir entschuldigen uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei Leroy Kwadwo und unserem Gegner, der heute im Preußenstadion einen harten aber stets fairen Schlagabtausch geboten hat.
Würzburger loben Verhalten der Münsteraner
„Die Unterstützung seitens der Preußen-Fans auf den Rängen war sensationell. Auch die Offiziellen haben klasse reagiert und den Vorfall sofort aufgearbeitet. Dies war ein starkes Zeichen, wie gegen ein solches Fehlverhalten, das absolut nicht zu tolerieren ist, vorgegangen werden muss. In diesen Momenten wird Fußball zur Nebensache“, sagte FWK-Cheftrainer Michael Schiele über die rassistischen Zwischenrufe gegen Leroy Kwadwo kurz vor dem Abpfiff des FWK-Auswärtsspiels in Münster, ehe er zur Analyse der Partie überging...
Quelle: www.wuerzburger-kickers.de
29-jähriger Steinfurter als Täter ermittelt
Der Täter verließ durch den Druck der Fans schnell die Haupttribüne. Am Ausgang wartete schon die Polizei auf ihn und nahm die Personalien auf. Es handelt sich um einen 29-jährigen Mann aus Steinfurt. Ihm droht jetzt ein Verfahren wegen Volksverhetzung und ein langes Stadionverbot.