
Projekt "Sportpaten" der Uni Münster
Kinder für Sport begeistern, das ist das Ziel des Sportpatenprojekts der Universität Münster. Mit einem Paten oder einer Parin an ihrer Seite stärken die Kinder ihr Selbstbewusstsein und lernen mit Freude Bewegung in ihren Alltag zu integrieren.
Veröffentlicht: Freitag, 10.04.2026 04:00
Kinder stark machen seit 2012
Marie Ghanbari rief das Projekt Sportpaten 2012 ins Leben. Sie ist Lehrkraft an der Mathilde Anneke Gesamtschule und leitet nebenbei die Seminare zum Sportpatenprojekt an der Uni. Was ganz klein, mit zwei Studierenden und Patenkindern, begann ist heute ein riesiges Projekt geworden. Mittlerweile wurden bereits über Tausend Studierende zu Sportpaten und -patinnen ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt in Seminaren an der Uni Münster. Im Seminar lernen Studierende zwei Semester lang wissenschaftliche Fachkompetenzen in die Praxis umzusetzen. Sie werden ausgebildet in Empathie sowie Selbstreflexion und lernen dadurch was es heißt, ein Kind zu empowern. Wichtige Kompetenzen, die es in einer zunehmend digitalisierten Welt braucht, denn sie können nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Neben dem theoretischen Seminar begleiten die Studierenden ein Kind one on one. Einmal in der Woche für zwei Stunden treffen sich Sportpate oder -patin und Kind für einen Ausflug. Diesen können die Kinder frei nach ihren Wünschen gestalten.
Jedes Kind hat einen Sportpaten verdient
Marie Ghanbari:
Kinder sollen nicht das Gefühl bekommen, dass sie einen Sportpaten zur Seite gestellt bekommen, weil sie ein Defizit haben. Jedes Kind hat einen Sportpaten verdient.
Die Sportpat:innen werden zu einer festen Bezugsperson für die Kinder. Sie helfen ihnen den stressigen Schulalltag zu vergessen, sorgen für Abwechslung und dafür, dass die Kinder nachhaltig Freude an sportlichen Aktivitäten haben, sodass sie auch nach dem Projekt wortwörtlich am Ball bleiben. Aber nicht nur die Kinder profitieren von der Zeit mit ihren Sportpat:innen. Auch die Sportpat:innen selbst können in Klausurenphasen aus ihrem Lernzyklus ausbrechen und für kurze Zeit den Kopf frei kriegen.
Match-making durch Steckbriefe
Doch wie finden Sportpat:innen und Kinder bei so hoher Nachfrage eigentlich zusammen? Im Sportpatenseminar füllen die Studierenden Steckbriefe aus. Da geben sie neben einem Foto Informationen zu ihrer Person und ihren Interessen an. An der Schule füllen auch die Kids Steckbriefe aus. Auf Basis von gemeinsamen Interessen werden die Pat:innen dann zusammengebracht. Das erste Treffen findet in der Mathilde Anneke Gesamtschule statt. In der Aula dürfen die Kids ihre Sportpat:innen anhand der Fotos auf den Steckbriefen suchen und ihnen dann die Schule zeigen. Fühlen sich beide miteinander wohl, bleiben sie in Kontakt. Auch die Eltern kommen dann dazu, um den Sportpaten oder die Sportpatin ihres Kindes kennenzulernen.


