
Problemlos über's Kopfsteinpflaster radeln
Ein neues Schleifverfahren soll das Kopfsteinpflaster in Münster ebener machen. Am 3. August wird ein spezielles Verfahrens im Hansaviertel getestet.
Veröffentlicht: Montag, 20.07.2026 11:45
Das Kopfsteinpflaster in unserer Innenstadt sieht zwar schön aus, ist fürs Radfahren oder zu Fuß drüber gehen nicht immer so angenehm. Deswegen hat sich die Stadt Münster etwas überlegt und testet jetzt das sogenannte "Grinding"-Verfahren im Hansaviertel. Dabei wird die Oberfläche des bestehenden Kopfsteinpflasters mithilfe eines sogenannten diamantbesetzten Schleifwalzen bearbeitet. So lassen sich Unebenheiten und Stolperkanten reduzieren, ohne das Pflaster zu ersetzen, teilt die Stadt Münster heute (20.07.) mit. Die Arbeiten beginnen heute in zwei Wochen (03.08.) in der Leerer Straße und in einem Teilabschnitt der Dortmunder Straße (auf rund 125 Meter Länge) und dauern voraussichtlich fünf Tage. Während der Arbeiten sind die Straßen gesperrt. Fußgänger:innen können die Baustelle passieren.
Historischen Charakter bewahren
Dr. Manuel Hülsbömer vom Amt für Mobilität und Tiefbau:
Kopfsteinpflaster ist oft durch Unebenheiten und Ausbrüche für Radfahrende sowie Fußgängerinnen und Fußgänger nur eingeschränkt nutzbar. Das neue Verfahren ermöglicht es uns, die Straßen zu verbessern, ohne ihren historischen Charakter zu verändern oder sie zu asphaltieren.
Durch das Schleifverfahren soll die Oberfläche gleichmäßiger werden. Ziel ist es, dass alle in Münster sicherer und komfortabler unterwegs sein können. Die Struktur des Pflasters bleibe dabei leicht rau und sorge weiterhin für guten Halt, auch bei Nässe. Außerdem werde Lärm durch den Auto-Verkehr reduziert.
Kürzere Bauzeit, geringere Kosten
Die Kosten für das Verfahren liegen bei rund 95.000 Euro. Die betroffenen Straßenabschnitte auf konventionelle Weise zu erneuern, würde nach aktuellen Schätzungen der Stadt Münster rund 140.000 Euro kosten. Mit dem sogenannten "Grinding"-Verfahren könne die Bauzeit verkürzt und der Verkehr weniger beeinträchtigt werden, teilt die Stadt weiter mit. Wenn die Arbeiten im Hansaviertel abgeschlossen sind, werten die Stadt die Ergebnisse des Pilotprojektes aus und prüft inwiefern sich die Situation verbessert hat. Wenn alles erfolgreich läuft, kann sich die Stadt vorstellen, das Verfahren auf weitere Straßenabschnitte auszuweiten, etwa in Teilbereichen der Salzstraße.
"Grinding"-Verfahren seit 2020 im Test
Das Schleifverfahren wird seit 2020 im Rahmen des Forschungsprojekts "NUDFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung" erprobt und weiterentwickelt. Nach ersten Erprobungen in Brandenburg und Berlin gehört Münster nun zu den ersten Kommunen, die das Verfahren unter eigenen Bedingungen testen.