Polizei übt Verhalten bei einer Geiselnahme in der Forensik

Am Dienstag (14.05.) war viel los auf dem Gelände der Christophorus Klinik der Alexianer: Dort haben Spezialeinheiten der Polizei geübt, wie sie sich im Ernstfall bei einer Geiselnahme verhalten.

© Polizei Münster

Mit der erfolgreichen Befreiung von vier Geiseln endete die Großübung der Polizei Münster in der forensischen Christophorus Klinik in Münster. Mitarbeiter der Klinik und Einsatzkräfte der Polizei, insgesamt rund 100 Beteiligte, haben den Ernstfall den geprobt. Der Notruf "Geiselnahme" erfolgte früh, gegen Mittag war die Übung beendet. "Das Szenario hat sehr gut gezeigt, was im Ernstfall wichtig ist und wichtig wird und wichtige Erkenntnisse gebracht", lautet das Fazit der Klinik- und Einsatzleitung.


© ANTENNE MÜNSTER
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"Wir sind für den Ernstfall gut gerüstet", so Andreas Moll, Leiter des Ständigen Stabes der Polizei Münster, "die entwickelten Einsatzkonzepte haben gegriffen, die Mitarbeiter der Christophorus Klinik haben ihre Aufgaben ebenso zuverlässig und verantwortungsvoll erledigt, wie unsere Kollegen – aber: jede Übung zeigt auch Optimierungspotentiale, auch die heutige."

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Die Situation der Geiselnahme wurde über Monate vorbereitet, während der sogenannten "Großlage" selbst stellte sich heraus, dass es zwei Geiselnehmer gibt, die mehrere Geiseln in ihrer Gewalt hatten.

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"Für unsere Mitarbeiter war das Szenario eine grundlegende und lehrreiche Erfahrung", weiß Pflegedirektor Renko Janßen. "Auch nach acht Jahren reibungslosen Klinikbetriebs bleiben wir so wachsam für kritische Situationen". Das bestätigt auch Prof. Dr. Dieter Seifert, Ärztlicher Direktor der Klinik: "Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass wir so eine Krise hier in der Klinik erleben. Die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei, die wir seit Jahren fördern, schafft Sicherheit."

Bisher hat es seit Inbetriebnahme der Forensischen Klinik der Alexianer in Amelsbüren keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. In der Klinik leben 54 ausschließlich männliche Patienten, die eine Straftat begangen haben. Aufgrund von psychischen Erkrankungen wurden sie als vermindert schuldfähig oder schuldunfähig eingestuft und somit in den Maßregelvollzug und nicht in den Justizvollzug überstellt.

Der Auftrag des Maßregelvollzugs lautet "Sichern und bessern" und beinhaltet medizinische und therapeutische Behandlung des Patienten. Die Patienten der Christophorus Klinik sind zudem alle intelligenzgemindert.

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