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Personalmangel - Keine schnelle Lösung in Sicht
© IHK Nord Westfalen
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Personalmangel - Keine schnelle Lösung in Sicht

Überall fehlen Arbeitskräfte: In Münster gibt es aktuell mehr als 5.000 freie Stellen. Eine schnelle Lösung des Personalmangels ist nicht in Sicht, sagt IHK-Experte Carsten Taudt.

Veröffentlicht: Montag, 20.06.2022 12:27

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In der Pflege, im Handwerk, in den Verkehrsbetrieben, in der Gastronomie und sowie fast in jedem Unternehmen und in jeder Einrichtung: Es fehlen Arbeitskräfte an allen Ecken und Enden.

Wir prognostizieren das seit mehr als zehn Jahren und sind nicht müde geworden, auch immer wieder davor zu warnen

sagt Carsten Taudt (s.Foto). Er ist Leiter der Bildungs- und Fachkräftesicherung bei der IHK Nord-Westfalen in Münster. Münster und das Münsterland sind vom Personalmangel besonders betroffen, bestätigt Taudt.

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Problem schon bei der Ausbildung

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Das Problem beginne bereits bei der Ausbildung. Im Münsterland konnten in den vergangenen Jahren immer weniger freie Ausbildungsstellen auch tatsächlich besetzt werden. Allein schon deshalb, weil es auch immer weniger Schulabgänger gibt. Auf der anderen Seite gehen aktuell die ersten Mitarbeiter:innen der sogenannten "Baby Boomer"-Generation in Rente. Und nicht zu unterschätzen: Auch Corona hat den Arbeitsmarkt kräftig durcheinandergewirbelt.

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Schnelle Lösung nicht in Sicht

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Eine schnelle Lösung gibt es nicht, sagt Carsten Taudt, aber an einigen Stellschrauben könne durchaus gedreht werden. Im Einzelnen:

  1. Berufsberatung: Junge Leute sollten vor und in der Ausbildung besser beraten werden. Damit sie von Anfang an eigene Stärken und Interessen besser einschätzen und gleich die richtige Ausbildung/den richtigen Karriereweg beschreiten. Jahrelanges Ausprobieren in diversen Jobs lähme die Wirtschaft.
  2. Qualifizierung und Rationalisierung: Durch bessere Schulung könnten viele Tätigkeiten schneller und effizienter erledigt werden. Dazu braucht es aber Freiräume, in denen Mitarbeiter:innen Qualifizierungsmaßnahmen wahrnehmen könnten.
  3. Digitalisierung: Digitale Prozesse könnten Arbeitsplätze ersetzen und die Firmen würden mit weniger Beschäftigten klarkommen. Aktuell benötigte die Digitalisierung aber immer noch zu viel „Support“. Bedeutet: Die Initialisierung von digitalen Prozessen in Unternehmen muss ja auch jemand machen, dazu bedarf es wiederum mehr Arbeitskräften.
  4. Zuwanderung: Politik und Wirtschaft müssen die Zuwanderung erleichtern und attraktiv machen. Das gelte insbesondere für potentielle Einwanderer aus Ländern außerhalb der EU. Allein die schwierige deutsche Sprache sei für viele ein Hinderungsgrund. Ein weiteres Problem: Auch in anderen Ländern – insbesondere der EU – werden die Arbeitskräfte knapp.
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