
Offene Fragen nach Unglück mit Reisebus aus Münster
Nach dem Busunfall mit 52 verletzten Skiurlaubern aus Münster und Umgebung gehen die Ermittlungen weiter. Denn viele Fragen sind noch offen.
Veröffentlicht: Montag, 28.02.2022 05:00
Mehr als 50 Menschen waren verletzt worden, als der Reisebus laut Polizei am Samstagmorgen nahe Inzell von der Straße abgekommen und eine Böschung hinuntergekippt war. In dem Doppeldecker saßen nach Polizeiangaben 61 Menschen - darunter auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie waren auf dem Weg zum Skiurlaub ins österreichische Kaprun, das etwa 70 Kilometer weiter südlich liegt.
Hunderte Rettungskräfte aus der Region und sechs Hubschrauber waren laut Feuerwehr über Stunden vor Ort. Die Polizei zählte nach Rückmeldungen aus Krankenhäusern am Sonntag insgesamt 52 Verletzte. Unter den Opfern seien 14 Schwerverletzte - davon eine Person auf der Intensivstation. Der 58-jährige Fahrer sei leicht verletzt worden. Unverletzt seien nur neun Menschen geblieben.
Unfallursache unklar
Wie genau es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Nach ersten Erkenntnissen gingen die Ermittler am Wochenende davon aus, dass der Bus ohne Fremdbeteiligung von der Straße abgekommen war. Die Staatsanwaltschaft Traunstein übernahm die Ermittlungen.
Zu den Lenkzeiten machte die Polizei zunächst keine Angaben. Auch nicht zur Frage, ob es einen zweiten Fahrer gab. Das Busunternehmen hat seinen Sitz laut Polizei in Beckum. Es wollte auf Anfrage keine Auskunft geben.
Nach Informationen der Stadt habe es sich nicht - wie hier zunächst berichtet - um eine Reise des städtischen Jugendzentrums Wuddi, sondern um eine offene Skifreizeit eines münsterschen Vereins gehandelt.
Oberbürgermeister: Gedanken bei den Verletzten
Oberbürgermeister Markus Lewe, der am frühen Samstagmorgen von dem Unglück erfahren hatte, sagte:
Meine Gedanken begleiten die Verletzten und deren Angehörige. Wir werden die bayrischen Behörden bestmöglich unterstützen und von Münster aus alle erforderlichen Maßnahmen veranlassen.
Die Teilnehmer der Reise wurden zunächst in einer Turnhalle in Inzell betreut. Das Busunternehmen mit Sitz in Beckum im Kreis Warendorf habe inzwischen für einige Reisende den Weg nach Hause organisiert und für andere die Weiterfahrt in das Skigebiet, zu dem sie unterwegs waren, heißt es.