OB Markus Lewe über Europa

Oberbürgermeister Markus Lewe war bei uns im Studio zu Besuch. Wir haben mit ihm im Vorfeld der Europawahl darüber gesprochen, was Europa für Münster bedeutet.

© ANTENNE MÜNSTER

In unserer Themenwoche "Europawahl" klären wir die wichtigsten Fragen: Was wählen wir eigentlich? Und was bedeutet Europa für uns in Münster? Bei der letzten Europawahl war die Wahlbeteiligung insgesamt eher niedrig - nur rund 43 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union haben ihre Stimme abgegeben. Oberbürgermeister Markus Lewe ermuntert die Münsteranerinnen und Münsteraner deshalb dazu, an der nächsten Europawahl am 26. Mai teilzunehmen.

"Es ist schon eine extrem wichtige Wahl. Im Kern geht es um ein Signal der Bürgerinnen und Bürger, auch in unserer Stadt, für ein vereintes Europa, für ein Europa ohne Grenzen, für ein Europa des Vertrauens."

Statt von einer "Schicksalswahl" zu sprechen, solle man eher mit Chancen arbeiten:

"Europa hat eine riesige Chance."

In dem Zusammenhang verwies Markus Lewe vor allem auf die enge Beziehung zur niederländischen Region Twente, insbesondere zu Städten wie Enschede. Der Münsterlandgiro werde im kommenden Jahr in Enschede beginnen. Außerdem gebe es regelmäßig einen Austausch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadt-Verwaltungen.

"Gerade aktuell gibt es jetzt eine Chance, dass der gemeinsame Arbeitsmarkt noch intensiver gelebt werden kann. Zum Beispiel haben wir die Chance, dass wir auch Erzieherinnen und Erzieher hier einstellen können. Wir haben ja einen latenten Mangel an Fachkräften mittlerweile."

Auch im Bereich der Wissenschaft gebe es eine sehr enge Kooperation mit anderen europäischen Städten, wie zum Beispiel mit Enschede.

"Die Frage ob und inwiefern unsere Uni beispielsweise eine Exzellenzuni wird, ist auch mit davon abhängig, ob und inwiefern sie in der Lage ist, auch in Europa präsent zu sein. Es gibt ganz viele junge Menschen, die studieren im europäischen Ausland."

Markus Lewe ist momentan auch Präsident des Deutschen Städtetags. Europa müsse sich mehr auch um kommunale Anliegen kümmern, also die Städte und Gemeinden besser einbeziehen, so Münsters Oberbürgermeister:

"Das Europäische Parlament darf nicht zu weit weg sein. Es muss erkennbar werden, was am Ende wirklich für die Bürgerinnen und Bürger dabei herauskommt. Und dafür muss man natürlich auch die kommunalen Gemeinschaften viel intensiver an den Gesetzgebungsverfahren beteiligen, damit die das dann eben auch mit der Bürgerschaft kommunizieren können. Und ich glaube, je mehr man das macht, desto größer wird auch wieder das Vertrauen in ein solches Europäisches Parlament."

Das komplette Interview gibt es hier zum Nachhören:

© ANTENNE MÜNSTER

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