Nominierung für Zukunftspreis

Das Forschungsprojekt "Nachhaltige Reifen durch Löwenzahn" unter Beteiligung der Uni Münster geht ins Rennen um den Zukunftspreis.

© Continental

Der Biologe Prof. Dirk Prüfer von der Uni Münster ist zusammen mit einer Kollegin vom Reifenhersteller Continental und einem Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie für den Deutschen Zukunftspreis 2021 nominiert. Es geht um das gemeinsame Projekt "Nachhaltige Reifen durch Löwenzahn - Innovationen aus Biologie, Technik und Landwirtschaft". Das Bild oben zeigt den "Urban Taraxagum" von Continental, er ist der erste in Serie gefertigte Fahrradreifen aus Löwenzahn-Kautschuk.

Die Nominierung hat das Bundespräsidialamt am Mittwoch (15.09.) im Deutschen Museum in München bekanntgegeben. Das Projektteam arbeitet seit zehn Jahren gemeinsam daran, Naturkautschuk regional aus Löwenzahn zu gewinnen, anstatt ihn ausschließlich aus Tropenregionen importieren zu müssen. "Der Schutz unserer Tropenwälder hat im Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorität", sagt Dirk Prüfer, Professor für Pflanzenbiotechnologie an der Uni Münster.

Naturkautschuk aus Löwenzahn zeigt, dass eine neue, alternative sowie nachhaltige Rohstoffversorgung möglich ist.© Continental
Naturkautschuk aus Löwenzahn zeigt, dass eine neue, alternative sowie nachhaltige Rohstoffversorgung möglich ist.
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Sollten die Wissenschaftler mit ihrem Projekt Erfolg haben, erhalten sie den Deutschen Zukunftspreis am 17. November in Berlin aus den Händen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die festliche Preisverleihung ist dann ab 18:00 Uhr als Livestream zu sehen, das ZDF strahlt die Veranstaltung am selben Abend ab 22:15 Uhr aus. Der Deutsche Zukunftspreis ist mit 250.000 Euro dotiert.

v.l.n.r.: Dr. Christian Schulze Gronover, Dr. Carla Recker und Prof. Dr. Dirk Prüfer. © Deutscher Zukunftspreis
v.l.n.r.: Dr. Christian Schulze Gronover, Dr. Carla Recker und Prof. Dr. Dirk Prüfer.
© Deutscher Zukunftspreis

Ebenfalls nominiert: Biontech mit mRNA-Technik

Das Mainzer Unternehmen Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer einen mRNA-Impfstoff entwickelt hat, ist ein weiterer der drei Kandidaten für den Deutschen Zukunftspreis 2021. Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci befassen sich mit ihrem Team seit Jahrzehnten mit der mRNA-Technologie. Ein Biomolekül bewirkt in den Zellen, dass genetische Information in Proteine umgewandelt wird. Damit sind die Impfstoffe schneller herzustellen und anzupassen als andere Vakzine. Auf der mRNA-Technologie ruhen weitere Hoffnungen, etwa für Krebsmedikamente.

Außerdem nominiert ist ein neuartiger "Quanten"-Computertomograph der Siemens Healthineers AG in Forchheim. Sie hat ein Gerät entwickelt, das nichts mit einem Quantencomputer zu tun hat, aber aus Signalen mehr Information herausholt und so präzisere klinische Diagnosen ermöglicht. Rund 20 der Geräte seien in Europa und den USA im Einsatz. Sie bringen bei 40 % weniger Strahlen- und Kontrastmitteldosis doppelt so scharfe Bilder und eine feinere Gewebedarstellung. Bei Untersuchungen von bewegten Organen wie Lunge und Herz profitierten Mediziner:innen unter anderem von einer kürzeren Belichtungszeit, hieß es. Damit könnten auch Kontrollen bei Covid-19-Patienten verbessert werden.

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