Neue Bewohner im Allwetterzoo

Die erste Nacht haben sie bereits im Allwetterzoo Münster verbracht. Und seit Freitag (29.05.) können auch die Zoobesucher die drei Südlichen Zwergmangusten in ihrem neuen Zuhause beobachten.

© Allwetterzoo Münster

Bei den neuen Zoobewohnern handelt es sich um die kleinste Mangustenart. Sie erreicht eine Kopf-Rumpflänge von bis zu 25 Zentimeter. Das Gewicht liegt zwischen 300 und 400 g. Wer sich die tagaktiven und sozialen Tiere einmal ansehen will, der findet sie hinter der Großvogelvoliere, am Eingang zum (noch immer geschlossenen) „Geier-Restaurant“.

© Allwetterzoo Münster
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Zwergmangusten besiedeln südlich der Sahara gelegene Savannen, offenes Waldland und Busch in zahlreichen Ländern Afrikas. Sie sind tagaktive, sehr gesellige Tiere, die ein einzigartiges Sozialverhalten aufweisen. Dazu pflegen sie eine Symbiose mit Hornvögeln der Gattung Tockus, benutzen Termitenbauten gemeinsam mit Schildechsen (Gerrhosaurus) und nehmen selbstbewusst den Kampf gegen Puffottern (Bitis arietans) und andere Giftschlangen auf, die viel größer sind, als sie selbst. Ihr faszinierendes Verhalten wurde in einem ebenso faszinierenden Buch von Anne E. RASA (1984) „Die perfekte Familie" eingehend beschrieben.

© Allwetterzoo Münster
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Wie die Erdmännchen auch demonstrieren sie die Macht der Gemeinschaft. Die im Mittel aus 9 (2 bis 32) Mitgliedern bestehende Gruppe, die sich aus in der Gruppe geborenen Tieren und Zuwanderern zusammensetzen kann, bietet dem Einzelnen mehr Schutz, da Fressfeinde eher entdeckt werden. Obwohl nur das dominante Paar der Gruppe Nachwuchs zeugt, beteiligen sich alle Gruppenmitglieder an der Jungenaufzucht mit Putzen, Füttern, Umhertragen und vor allem Aufpassen. Diese Hilfe kann sogar so weit gehen, dass untergeordnete Weibchen die Jungen säugen. Auch die Nahrungssuche wird - im Gegensatz etwa zur größeren Fuchsmanguste - der Sicherheit wegen gemeinsam in der Gruppe unternommen. Der Speiseplan besteht hauptsächlich aus Käfern, deren Larven und Termiten. Aber auch andere Wirbellose, kleine Wirbeltiere, Vogeleier und Früchte werden nicht verschmäht. Um sie aufzubrechen, werden Schneckengehäuse und Eier mit den Vorderpfoten gefasst und zwischen den Hinterbeinen hindurch gegen einen Stein geschleudert.

Zwergmangusten haben Gruppenterritorien, die bis zu 200 Termitenbauten enthalten. Sie nutzen abwechslungsweise mehrere Bauten zum Schlafen. Das Territorium wird mit dem Sekret der Wangendrüsen oder des Analbeutels markiert. Letzteres geschieht oft aus dem Handstand.

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