
Nach 3:1-Niederlage gegen Wolfsburg: Preußen Münster erwägt Einspruch gegen Ergebnis
Im DFB-Pokal-Spiel gegen den Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg verlieren die Preußen nach anfänglicher Führung 1:3. Jetzt könnten die Münsteraner das Ergebnis wegen eines Wechselfehlers des VfL Wolfsburgs anfechten.
Veröffentlicht: Sonntag, 08.08.2021 00:00
Fußball-Regionalligist Preußen Münster will sich bei der Entscheidung über einen möglichen Einspruch gegen die Wertung des verlorenen Pokalspiels gegen Wolfsburg nicht unter Druck setzen lassen. Das sagte ein Sprecher des SCP. Bis Klarheit herrscht, würden sicher noch einige Stunden vergehen (Stand: Montag, 09.08.2021, 11.30 Uhr). Die Entscheidung werde in verschiedenen Gremien besprochen, hieß es auf Nachfrage von Antenne Münster. Die Preußen haben insgesamt 48 Stunden Zeit, Protest einzulegen.
Die Hintergründe
Nach dem Sieg gegen den SC Preußen Münster droht dem VfL Wolfsburg das Aus beim DFB-Pokal. Der Grund: Wolfsburg-Trainer Mark van Bommel wechselte sechs Spieler ein. Nach den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes sind aber nur fünf erlaubt. Obwohl den Niedersachsen sechs Wechsel als regulär bescheinigt worden seien sollen, waren diese somit nicht regelkonform. Nach Informationen der deutschen Presseagentur (dpa) sollen sich die Wolfsburger in der Verlängerung mehrfach beim Vierten Offiziellen nach der Möglichkeit erkundigt haben, bis zu sechs Spieler einzuwechseln. Einspruch dagegen habe es nicht gegeben. Daraufhin wechselte van Bommel zunächst Neuzugang Sebastian Bornauw und anschließend Admir Mehmedi ein.
Die Reaktionen
Offiziell äußern wollte sich am Abend beim VfL niemand mehr. SCP-Manager Peter Niemeyer sagte gegenüber der "Bild", es sei den Münsteranern bewusst, dass Wolfsburg sechsmal gewechselt hat. "Wir werden das intern besprechen und entscheiden, ob und wie wir dagegen vorgehen", so Niemeyer.
Die Spielzusammenfassung
Die Preußen lagen mit 1:0 in Führung. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit fiel der Ausgleich für die Wolfsburger. In der Verlängerung machten die Gäste den Sack zu und schossen zwei Tore. Es war eine sehr gute Leistung der Preußen. Über 6700 Zuschauer sahen die Partie an der Hammer Straße.
Ähnliche Wechselfehler aus der Fußballgeschichte
- Saison 2004/2005, 1. Runde DFB-Pokal: VfL Wolfsburg vs. 1, FC Köln II: Einwechslung des eigentlich rotgesperrten Marian Hristov durch Trainer Eric Gerets sorgte für das Ausscheiden der Wölfe trotz des sicheren 3:0-Erfolgs gegen die Kölner
- 26. September 1998, Bundesliga: Bochum vs. Kaiserslautern: Kaiserslautern-Trainer Otto Rehhagel wechselte Spieler Pascal Ojigwe nach einem Schienbeinbruch von Michael Schjönberg ein. Laut sogenannter "Ausländerregelung", nach der nur eine bestimmte Anzahl an Spielern ohne deutschen Pass auf dem Platz sein darf, war mit Ojigwe einer zu viel auf dem Platz. Der Fehler fiel mannschaftsintern auf, Pascal Ojigwe spielte eine Verletzung vor, sodass er das Spielfeld wieder verlassen konnte. Der Fehler war aber bereits auch der anderen Mannschaft sowie den Offiziellen aufgefallen. Kaiserslautern verlor das Spiel 3:2, die Bochumer reichten folglich keine Beschwerde ein.




