
Münsters Schnitzeljagd auf Bargeld
Die digitale Schnitzeljagd auf Geldscheine ist jetzt auch in Münster eröffnet. Der Instagram-Account Cash Catch Münster versteckt Bargeld in der Stadt, das andere finden können. Doch was steckt hinter diesem Trend?
Veröffentlicht: Montag, 11.03.2024 15:41
Wer durch die Stadt läuft und die Augen gut offen hält, könnte ganz einfach um 10 Euro reicher werden. Denn Unbekannte verstecken seit gut zwei Wochen jeden Tag Geldscheine an Laternenmasten, Mauern oder dem Aasee. Sie sind Teil von "Cash Catch". Ein Trend auf Instagram, den es inzwischen an vielen Orten deutschlandweit gibt. Das Konzept ist denkbar einfach: Unbekannte starten einen Instagram-Account - hier heißt er cash_catch_ms - und posten dort ein Video, auf dem zu sehen ist, wo das Geld versteckt wird. Dabei wird nur kurz die Umgebung gezeigt und ab dann sind die Follower:innen dazu aufgerufen, das Geld zu suchen. Wer es findet, darf es behalten, sollte aber ein Foto machen und es dem Instagram-Account schicken, damit sie dort posten können, dass das Geld auch wirklich gefunden wurde. Jeden Tag werden 10 Euro versteckt. Zu besonderen Anlässen sogar 50 Euro.
Wer das Geld versteckt, bleibt unklar
Doch wer steckt dahinter? Wer hat so viel Geld übrig, dass er:sie es einfach verschenken kann? So ganz klar ist das nicht. Auf ANTENNE MÜNSTER-Anfrage äußerten sich die Gründer:innen des Accounts nur schriftlich. Sie sagen, sie wollen anonym bleiben. Wir wissen lediglich, dass es sich um ein Duo handelt, das das Geld aus privater Tasche zahlt. Sie hätten sich von dem niederländischen Pendant inspirieren lassen. In Amsterdam wird schon seit Weihnachten des vergangenen Jahres regelmäßig Geld versteckt, auch mal 100 Euro. Der niederländische Account hat inzwischen 279.000 Follower:innen auf Instagram. Auch in Münster sorgt "Cash Catch" für Aufmerksamkeit: Seit dem ersten Post am 27. Februar folgen schon fast 5.000 Menschen dem Account.
User:innen wittern Betrug
Hier und da wittern Instagram-User:innen auch Betrug, kommentieren, das Geldversteck-Spiel sei "Fake". Doch immer wieder argumentieren die Gründer:innen der Accounts dagegen. So schreibt cash_catch_ms:
"Wir verstehen, dass es zu gut klingt, um wahr zu sein, aber unsere Gewinner sind so echt, wie die Freude, die sie empfinden! Jedes Lächeln und jede Überraschung ist 100% real."
Das Duo möchte zu einer "freundlicheren Stadt" beitragen. Langfristig finanziere sich dies allerdings nicht, geben die Gründer:innen des Accounts zu. Langfristig seien Kooperationen geplant. Die Menschen hinter "Cash Catch" in Amsterdam werben auf ihrem Account auch für ein eigenes E-Buch für erfolgreiches Unternehmertum. So oder so sorgt dieser Trend für viel Aufmerksamkeit, wohl auch wegen der Geheimniskrämerei - und weil Schnitzeljagden immer noch sehr beliebt sind. Anscheinend nicht nur bei Kindern.